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Wikingermuseum : Haithabu besteht den Museums-Tüv

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Bestnoten für Ausstellungskonzept: Tourismusagentur und Museumsverband stellen Zertifikat für „besonderen außerschulischen Lernort“ aus.

von
erstellt am 29.Sep.2015 | 07:34 Uhr

Wo genau das kleine Schild angebracht wird, das weiß Ute Drews noch gar nicht. Dass es an einen ganz besonderen Platz kommt, sei aber sicher, betont die Leiterin des Wikingermuseums. Denn um diese auf den ersten Blick eher unscheinbare Plakette zu ergattern, war es ein langer Weg für sie und ihre Mitarbeiter. Jetzt sind sie am Ziel: Ab sofort ist Haithabu ein offiziell zertifiziertes Museum.

Dazu hatte sich die Einrichtung einem regelrechten Tüv unterzogen, der im Auftrag des Kulturministeriums, des Museumsverbandes und der Tourismusagentur Schleswig-Holstein (Tash) vorgenommen wurde. „Wir haben uns darum beworben. Danach galt es, einen äußerst umfangreichen Fragenkatalog abzuarbeiten. Das hatte fast etwas von Abitur machen“, sagt Drews. So seien sämtliche Facetten des Museums bis ins kleinste Detail abgeklopft worden: von der Sammlung und dem Magazin über die Finanzierung und den Personalschlüssel bis hin zur Öffentlichkeitsarbeit. „Die haben selbst in unseren Mitarbeiterraum, den Keller oder auf den Babywickeltisch geschaut.“

„Die“ – damit ist eine hochkarätig besetzte Jury gemeint, die im Mai einen kompletten Tag in Haithabu zu Gast war. Mit dabei war unter anderem Ulrich Schulte-Wülwer, der ehemalige Direktor des Flensburger Museumsberges. „Dabei sind wir sehr gut weggekommen“, freut sich Drews. Denn am Ende gab es die Tüv-Plakette in Form des besagten Schildes. Ein besonderer Dank dafür gelte dem Team des Museums, das insgesamt eine hervorragende Arbeit abliefere, so Drews. Einige Mitarbeiter hätten im Rahmen des Zertifizierungs-Verfahrens eigens Schulungen besucht. „Durch dieses Zertifikat werden ihre Mühen noch einmal auf ganz besondere Weise gewürdigt. Das tut uns allen gut.“ Dass explizit die Qualität der modernen Ausstellungskonzeption und der Wert des Museums als außerschulischer Lernort hervorgehoben worden sei, freue sie dabei ganz besonders.

Da fallen auch zwei Punkte nicht weiter ins Gewicht, die von den Fachleuten in der Jury als verbesserungswürdig eingestuft wurden. Denn eine Schwachstellen-Analyse ist eines der Hauptziele bei dem Museums-Tüv, der offiziell den Titel „Museumsberatung und -zertifizierung“ trägt. „Uns wurde empfohlen eine Spendenbox aufzustellen. Außerdem sollten wir das Thema Soziale Medien auf die Agenda nehmen“, sagt Claus von Carnap-Bornheim, Leitender Direktor der Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen. Auch er zeigte sich insgesamt sehr zufrieden mit der Auszeichnung. Für die Zukunft plane man deshalb, auch die Landesmuseen auf der Schlossinsel diesem Tüv zu unterziehen. „Allerdings warten wir damit, bis das neue Magazin auf dem Hesterberg fertig und bezogen ist. Denn das ist ein wichtiger Bestandteil für die Zertifizierung“, so Carnap-Bornheim.

Landesweit wurden jetzt insgesamt acht Museen ausgezeichnet. Neben Haithabu gehörten dazu unter anderem das Museum Tuch und Technik in Neumünster sowie das Naturkundemuseum in Niebüll. Ziele der Zertifizierung sind in erster Linie Qualitätssteigerungen der Ausstellungen sowie deren bessere touristische Vermarktung.

Im Wikingermuseum steht indes – auch unabhängig von der Auszeichnung – eine aufwändige Sanierung an. Grund dafür ist ein Pilz, der sich in die tragenden Balken des etwa 30 Jahre alten Baus frisst. Die Saison 2016 ist davon zwar noch nicht betroffen, 2017 jedoch droht der Einrichtung eine monatelange Teilschließung.

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