Haithabu ab heute eine lebendige Stadt

<strong>Traumkulisse für Wikingerfans: </strong>In den originalgetreu nachgebauten Wikingerhäusern in Haithabu  wird ab heute gelebt und gearbeitet wie vor 1000 Jahren. Fotos: Landesmuseen
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Traumkulisse für Wikingerfans: In den originalgetreu nachgebauten Wikingerhäusern in Haithabu wird ab heute gelebt und gearbeitet wie vor 1000 Jahren. Fotos: Landesmuseen

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03. Juli 2010, 06:52 Uhr

Schleswig | In Haithabu wird es ab heute überaus lebendig. Denn im historischen Freigelände des Wikingermuseums schlagen 30 Männer, Frauen und Kinder für acht Tage ihr Lager auf, um allen Besuchern einen Eindruck davon zu vermitteln, wie der Alltag in einer großen Stadt der Wikinger vor 1000 Jahren ausgesehen hat. "Hinter jeder Tür, unter jedem Dach unserer sieben wunderbaren Häuser werden Wikinger anzutreffen sein, die gemäß der Tageszeit und Witterung ihrem Alltag nachgehen. Das wird für uns Museumsleute wie auch für unsere Besucher ein tolles Erlebnis", schwärmt Museumsleiterin Ute Drews, Ideengeberin der "Sommerzeit unter den Dächern von Haithabu".

Dabei geht es einmal nicht um den Charakter eines Marktes, auf dem die zuvor hergestellten Waren erworben werden können, sondern allein um die authentische Darstellung der Lebensverhältnisse zu Zeiten der Wikinger. Mit dabei sind Schuhmacher, Bernsteinschleifer, eine Textilfärberin, ein Fischer, Holzhandwerker, aber auch ein Töpfer mit seinen Schätzen aus Keramik. Auch eine Textilweberin sowie ein Geweihschnitzer und eine Kamm-Macherin werden über eine Woche lang in den Wikingerhäuser wohnen.

Und die Besucher erfahren bei einem Blick hinter die Kulissen, welcher zuvor im Noor gefangene schmackhafte Fisch sich gerade im Räucherofen befindet, wie aus einem Stück Geweih ein Kamm gemacht wird oder welche Kräuter und Gräser aus der Umgebung zur Mittagszeit in den Suppenkessel kommen.

Zudem ist es gelungen, für die Dauer der "Sommerzeit" die "Sigyn" von ihrem Heimathafen Schleswig nach Haithabu zu locken. Damit wird die große maritime Bedeutung, die der Hafen von Haithabu hatte, hervorgehoben. Bei der "Sigyn" handelt es sich um den Nachbau eines wikingerzeitlichen Handelsschiffes von 14,30 Meter Länge, wie es vermutlich zahlreich zwischen 950 und 1050 an den vielen Landebrücken der Handelsstadt zu finden gewesen sein dürfte. Harald Wiethe und seine Mannschaft von den Schleswiger Werkstätten laden Besucher zu einer Fahrt über das Noor ein, bitten allerdings als Gegenleistung um eine Spende zum Unterhalt des Schiffes.

Die Aktion "Sommerzeit unter den Dächer von Haithabu" zählt zu den größten Angeboten des Wikingermuseums in diesem Jahr. Museumschefin Ute Drews ist davon überzeugt, dass dieses Angebot bei den Besuchern gut ankommen wird - auch bei den zu erwartenden hochsommerlichen Temperaturen an diesem Wochenende: "Die richtigen Wikingerfans kommen auf jeden Fall."

Haithabu war in der Wikingerzeit einer der bedeutendsten Siedlungsplätze Nordeuropas. Hier liefen die wichtigsten Fernhandelswege zusammen. An diesem Ort mit seiner internationalen Bevölkerung konnte die christliche Mission Fuß fassen. Das Aufbau von sieben originalgetreuen Wikingerhäusern im Freigelände von Haithabu sowie am Haddebyer Noor und die Errichtung einer 40 Meter langen Landebrücke sind seit 2008 abgeschlossen, seit dem Frühjahr 2010 verfügt das Museum über eine neue Dauerausstellung. Neben regelmäßigen Führungen zu Häusern wird das Sommerhalbjahr über im Freigelände "Handwerk im Experiment" angeboten. Museum und Häuser sind täglich von 9 bis 17 Uhr geöffnet.

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