Hafenverbot für "Andreas Gayk"

In Arnis überholtes Passagierschiff darf vorerst nicht Eckernförde anlaufen / Streit um das Erfüllen von Auflagen

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25. Mai 2011, 07:13 Uhr

Arnis / Kappeln | Streit um die "Andreas Gayk": Das ehemalige Butterschiff, das einst täglich von Eckernförde nach Sonderburg fuhr, ist von den beiden Traditionsschiffern Rieke Boomgaarden und Wolfgang Beyer vor dem Schrottplatz gerettet worden. Die beiden Skipper wollen das Schiff als Museumsschiff mit Förderundfahrten in Eckernförde betreiben und haben es über Winter von außen in der Eberhardt-Werft in Arnis in Stand gesetzt. Die Innenarbeiten wollen die Skipper in Eckernförde erledigen, doch bleibt ihnen die Einfahrt in den Hafen verwehrt.

Der Grund: "Das Schiff erfüllt nicht die Auflagen, die den Eignern im vergangenen Jahr schriftlich zugekommen sind", sagt Dietmar Steffens, Geschäftsführer der Stadtwerke in Eckernförde, die auch Hafenbetreiber sind. Unter anderem besagen sie, dass das Schiff fahrbereit sein und über die erforderlichen Genehmigungen dafür verfügen soll. Und die hat es nicht. Hintergrund der Auflage ist, dass man auf diese Weise sichergehen möchte, dass das Schiff tatsächlich auf Fahrt geht und nicht über Jahre hinweg nur als reines Museumsschiff im Hafen liegt.

Rieke Boomgaarden versteht die Welt nicht mehr: Von Anfang an hätten die Eigner in offiziellen Gesprächen stets davon gesprochen, die Außenarbeiten in Arnis und die Innenarbeiten in Eckernförde zu erledigen. Er und Wolfgang Beyer interpretieren das Schriftstück der Stadtwerke mit den Auflagen auf eine ganz andere Art.

Allerdings kriselt es noch an anderer Stelle: Ein Dreivierteljahr haben sie sich nicht bei den Stadtwerken gemeldet und Dietmar Steffens erst einen Tag vor der geplanten Verholung nach Eckernförde davon in Kenntnis gesetzt. Das stößt bei dem Hafenbetreiber bitter auf: "Es geht hier ja nicht um ein Schlauchboot, das nur fünf Meter lang ist."

Jetzt musste die "Andreas Gayk" ihren Platz in der Werft in Arnis räumen. Wegen des vorläufigen Einlaufverbots in Eckernförde liegt das 39 Meter lange Schiff nun in Port Olpenitz. Alle Hoffnungen auf eine Einigung liegen nun auf der nächsten Aufsichtsratssitzung der Stadtwerke. Bürgermeister Jörg Sibbel als Vorsitzender des Aufsichtsrats hat angekündigt, dass das Thema auf die Tagesordnung gehoben wird und man sich bemühen wolle, eine einvernehmliche Lösung zu finden.

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