Schleswig : Hafenfest mit Verlängerung: Besuch von der „Nis Randers“

Aus Maasholm war die Besatzung des Seenotretters „Nis Randers“ nach Schleswig gekommen.
Aus Maasholm war die Besatzung des Seenotretters „Nis Randers“ nach Schleswig gekommen.

Am Tag nach der „Nacht der Schleilichter“ feierte Schleswig sein Hafenfest – mit Besuchern aus Maasholm.

shz.de von
26. August 2018, 15:33 Uhr

Wenn der Alarm geht, muss alles ganz schnell gehen. Rund um die Uhr sind die Seenotretter bereit, um Menschen zur Hilfe zu eilen. Was sie auf dem Wasser genau erwartet, wissen sie erst, wenn sie es mit eigenen Augen sehen. Routine gibt es nicht, dafür immer wieder neue Herausforderungen.

Einen Einblick in diese Welt bekamen Besucher beim Hafenfest am Sonnabend. Auf diese Weise ging die „Nacht der Schleilichter“ vom Vorabend diesmal erstmals am nächsten Tag in die Verlängerung.

Die Schleswiger Seenotretter präsentierten sich mit ihrem hier bekannten Boot „Walter Merz“. Außerdem war der Rettungskreuzer „Nis Randers“ zu Besuch, der in Maasholm stationiert ist. Wer wollte, konnte die „Nis Randers“ besteigen und sich von den Rettern ihren Arbeitsplatz zeigen lassen – Erzählungen über deren herausfordernden Alltag inklusive.

„Häufig werden wir gerufen, weil ein Ruder nicht mehr funktioniert oder ein Motor ausgefallen ist“, berichtete Jannes Thiel als 4. Mann des Schiffs. Auch medizinische Notfälle seien keine Seltenheit. Menschen stolpern bei Seegang und fallen unglücklich oder werden von einem schwingenden Segelbaum am Kopf getroffen. In solchen Fällen ergänzt ein Notarzt die Crew der Retter. Deren Revier ist groß. Es reicht von der Flensburger Förde über die Dänische Südsee bis in die Eckernförder Bucht. So kommt es, dass sie in einem normalen Jahr in etwa 100 Einsätze zu absolvieren haben.

Erst vor wenigen Tagen ist in der Schlei ein Mann von einer Jolle ins Wasser gestürzt. Seinen Mitseglern gelang es nicht, ihn selbst wieder an Bord zu ziehen. Bei einem anderen Segelschiff gab es ein Leck und es drohte unterzugehen. Klar, dass in solchen Situationen die Zusammenarbeit aller Retter wie geschmiert laufen muss. In Maasholm gibt es neun Hauptberufler und daneben einige ehrenamtliche Mitarbeiter.

Paul Cugier, Vormann der „Walter Merz“, hielt mit seinem Team die Stellung in den Pavillons, wo Besucher bewirtet wurden. Neben Rettungsübungen gab es Rundfahrten auf der Walter Merz. Bei ständigem Regen kamen etwas weniger Menschen als gehofft. Cugier und sein Team nahmen es gelassen.
Mit dem nun einsetzenden Herbstwetter werden sich in ihrem Revier auch die Einsätze ändern. „Während im Sommer achtlose Segler von Sandbänken gezogen werden müssen, sind es in der stürmischen Jahreszeit vor allem Surfer und Kitesurfer, die verunglücken“, sagte Cugier.

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