Schleswig : Hängepartie ums Luisenbad

Zahlreiche Sonntagsausflügler genossen gestern die Sonne auf der Terrasse des Luisenbads. Auf Eis und Cappuccino mussten sie noch verzichten.
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Zahlreiche Sonntagsausflügler genossen gestern die Sonne auf der Terrasse des Luisenbads. Auf Eis und Cappuccino mussten sie noch verzichten.

Eigentlich sollte das Strandcafé im Luisenbad am kommenden Sonnabend wieder eröffnen. Aber daraus wird nichts.

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27. März 2017, 11:41 Uhr

Das Frühlingswetter lockte gestern die Schleswiger zu Hunderten zum Spaziergang auf die Königswiesen. Nicht wenige von ihnen legten dabei einen Stopp am Luisenbad ein, wo die Terrasse mit Blick auf die Schlei zum Sonnenbaden lockte. Dass die Strandgäste dabei weder Eis noch Cappuccino genießen können, das ist Ende März normal. Das Café ist regelmäßig nur im Sommerhalbjahr geöffnet. Aber wann genau der Betrieb in diesem Jahr losgehen wird, das ist unsicher.

Dabei stand eigentlich bereits im Februar fest, dass es einen neuen Pächter geben sollte, und dieser hatte auch schon einen Termin für die Eröffnung genannt: den 1. April, also den kommenden Sonnabend. Es handelte sich um Guido Nett, der zusammen mit seiner Frau Gitte auch das „Sport & Freizeitheim“ am Kattenhunder Weg und den Kiosk am Arenholzer See in Lürschau betriebt.

Am 1. April, so viel ist inzwischen sicher, wird die Gastronomie im Luisenband aber noch nicht wieder geöffnet sein. Das räumte Julia Pfannkuch, die zuständige Fachbereichsleiterin im Rathaus, jetzt auf Nachfragen im Kultur- und Tourismusausschuss ein. Guido Nett selbst wollte sich dazu am Wochenende nicht äußern, aber dem Vernehmen nach ist er noch unentschlossen, ob er das Luisenbad wirklich übernehmen soll.

Um die Verpachtung des Luisenbads, das Eigentum der Stadt Schleswig ist, hatte es in der Vergangenheit immer wieder Theater gegeben. Im vorigen Jahr begann die Saison erst Ende Juni. So lange hatten sich die Gespräche zwischen der Stadt und dem bisherigen Pächter Paolo Mercurio hingezogen. So lange hatte es gedauert, bis der Italiener sich mit der Stadt über die Höhe der Pacht geeinigt hatte. Mercurio hatte schon im Winter keinen Zweifel daran gelassen, dass er das Strandcafé gern weiterhin betrieben hätte. Doch die Stadt hatte sich nach einer offenen Ausschreibung gegen ihn entschieden. Mercurio war 2015 zunächst ohne Zutun der Stadt zum Wirt im Strandcafé geworden. Der damalige Pächter Paul Sindram hatte ihn als Partner mit ins Boot geholt, um sich stärker auf seinen Hauptberuf als Architekt konzentrieren zu können. Als Sindrams Pachtvertrag ein Jahr später auslief, übernahm Mercurio alleine. Könnte er sich nun vorstellen, doch noch weiterzumachen? Am Wochenende aus dem Heimaturlaub zurückgekehrt, sagte er gegenüber den SN: Wenn die Stadt zu mir kommt, lasse ich mit mir reden. Aber vom mir aus werde ich nicht mehr aktiv.“ Er weist dabei auch darauf hin, dass er die Inneneinrichtung bisher nicht verkauft habe.

Bis Ende Juni soll es diesmal indes nicht dauern, bis das Luisenbad wieder eröffnet wird. Das jedenfalls versicherte Julia Pfannkuch im Kultur- und Tourismusausschuss. Sie rechnet mit einer Entscheidung möglicherweise schon in drei Wochen, spätestens aber mit Ende April.

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