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„Wellcome“ in Schleswig : „Gute Engel“ für junge Familien gesucht

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Die Familienbildungsstätte benötigt weitere ehrenamtliche Helfer für ihr Projekt „Wellcome“.

von
erstellt am 06.Sep.2017 | 17:00 Uhr

Die einen sind auf sich allein gestellt, die anderen leben weit entfernt von der Familie. Wieder andere haben nicht den besten Draht zu ihren Eltern oder sind einfach beruflich so eingespannt, dass Freizeit zur Luxusware wird. Sobald sie aber selbst Kinder haben, haben diese Menschen eines gemeinsam: Sie brauchen Unterstützung.

Genau darum geht es bei dem Projekt „Wellcome“, das die evangelische Familienbildungsstätte Schleswig (FBS) bereits seit 2004 anbietet. Ehrenamtliche Helfer stehen dabei jungen Familien oder Alleinerziehenden, die Hilfe gut gebrauchen können, im ersten Jahr nach der Geburt eines Kindes mit Rat und Tat zur Seite. Seit mehr als zehn Jahren war Ingrid Baade die „Wellcome“-Koordinatorin an der FBS. Jetzt hat sie die Aufgabe an Tanja Wohler weitergegeben. „Es war eine tolle Zeit. Aber künftig möchte ich mich selbst stärker um meine eigenen Enkel und den Rest der Familie kümmern“, sagt Baade.

Mehr als 150 Familien aus Schleswig und der Region haben das Unterstützungs-Angebot in den vergangenen zehn Jahren angenommen. Und auch aktuell gibt es eine große Nachfrage. So groß sogar, dass die FBS nicht alle Familien mit Helfern bedienen kann. „Uns fehlen zurzeit Ehrenamtliche, die ein- bis zweimal pro Woche ein paar Stunden Zeit opfern wollen“, sagt Tanja Wohler. In erster Linie seien es Frauen, die nach dem Berufsleben eine neue Aufgabe suchen oder deren Enkel weit entfernt leben. „Aber es können natürlich auch Jüngere mitmachen. Hauptsache, man hat Spaß am Umgang mit Kindern und Lust, anderen Menschen zu helfen“, sagt sie.

Dass die Aufgabe als „guter Engel“, wie Wohler die Ehrenamtler nennt, äußerst erfüllend sein kann, weiß auch Christiane Süwerkrup. Die Ellingstedterin hat in den vergangenen neun Jahren sechs Familien betreut und dabei auch viel von ihrem eigenen Erfahrungsschatz als Mutter und Großmutter weitergegeben. „So eine Hilfe hätte ich früher auch gerne gehabt“, sagt sie. Den jungen Müttern mal eine Verschnaufpause zu ermöglichen und sich gleichzeitig mit den Kindern zu beschäftigen, sei „einfach eine tolle Sache“.

Das findet auch Carolin Lohmann. Sie und ihr Mann leben mit ihren Töchtern Malia (3) und Linea (halbes Jahr) in Schleswig – „weit entfernt von Omas und Opas“, wie die Mutter sagt. Auch deshalb habe sie bei beiden Kindern das „Wellcome“-Angebot gerne angenommen. „Erst hat man eine Hemmschwelle, weil man sich nicht eingestehen möchte, dass man Hilfe braucht. Aber die muss man einfach nur überwinden. Wir profitieren sehr von diesem Projekt.“

 

>Wer Interesse hat, als Ehrenamtler bei „Wellcome“ mitzumachen, oder wer selbst Unterstützung im ersten Lebensjahr seines Kindes braucht, kann sich bei der FBS unter Tel. 04621  /  98  41  12 melden.

 

 

 

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