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Erhebung von Schulamt und BBZ : Gute Chancen für Schulabgänger

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Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Nach einer Statistik von Schulamt und Berufsbildungszentrum (BBZ) bleiben immer weniger Absolventen im Kreis unversorgt. Viele streben einen höheren Schulabschluss an.

Der demografische Wandel macht auch vor dem Ausbildungsmarkt im Kreis nicht Halt. Das belegt eine Statistik von Berufsbildungszentrum (BBZ) in Schleswig und Kreisschulamt. Beide erheben gemeinsam Daten über den Verbleib der Schüler von Regional-, Gemeinschafts- und Förderschulen nach dem Abschluss. Es zeigt sich, dass sich der Trend der vergangenen Jahre fortsetzt. Immer mehr Absolventen streben nach einem weiteren, besseren Schulabschluss. Da es zugleich tendenziell weniger Schulabgänger gibt, ziehen die Fachleute eindeutige Schlüsse: „Wer heute eine Lehrstelle will, hat auch gute Chancen, eine zu bekommen“, betont BBZ-Schulleiter Hans-Hermann Henken. Und für Arbeitgeber gilt nach Angaben von Schulrätin Gabriele Wiese: „Betriebe müssen sich jetzt auch mit Absolventen auseinandersetzen, bei denen sie vor einigen Jahren noch abgewunken hätten.“

Unter dem Strich gelingt es einem immer höheren Anteil der Schulabsolventen, rechtzeitig nach dem Abschluss den nächsten Schritt in die Zukunft zu planen. So stieg der Anteil der Regional- und Gemeinschaftsschüler mit mittlerem Bildungsabschluss, die bereits am Ende der Sommerferien einen Ausbildungsplatz in der Tasche haben, innerhalb eines Jahres von 28,6 auf 34,9 Prozent. 47,6 Prozent von ihnen wollen eine weiterführende Schule besuchen – ein gleichbleibend hoher Wert –, 8,5 Prozent belegen eine Berufsvorbereitungsmaßnahme, und nur neun Prozent sind noch unversorgt (2012: 15 Prozent).

Auch der Anteil der Schüler mit Hauptschulabschluss, die bislang unversorgt sind, ist gegenüber 2012 gesunken – von 17,3 auf 15,8 Prozent. Zwar haben auch etwa 4,5 Prozent weniger einen Ausbildungsplatz sicher (20,2), umso mehr streben jedoch einen höheren Abschluss an und haben bereits die Zusage einer weiterführenden Schule (41,9).

Die Erfassung der Schüler ist gesetzlich geregelt und betrifft jeden Jugendlichen, der als unter 18-Jähriger noch der Schulpflicht (auch der Berufsschulpflicht) unterliegt. „Wir wissen also, dass uns niemand verloren geht“, betont Schulrätin Wiese. Damit auch jeder seinen Fähigkeiten und Wünschen entsprechend den nächsten Schritt machen kann, arbeitet im Hintergrund ein ganzes Netzwerk aus Schulen, BBZ, Sozialzentren und Jobcentern unter Federführung von BBZ-Coach Olaf Fuhrmann. Er wertet mit seinem Team die Fragebögen aus den Schulen aus und hält Kontakt zu Absolventen und Betrieben, vermittelt Lehrstellen oder Angebote von BBZ und anderen Bildungsträgern, geht in Familien und Unternehmen. Ein Aufwand, der sich lohnt. In den vergangenen Tagen ist es den Coaches gelungen, die Zahl der Unversorgten von 240 auf 121 zu drücken. Flankierend kommen Hilfen des Landes hinzu – Inklusionsmittel, die es dem BBZ ermöglichen, unversorgten Jugendlichen Ganztagsangebote zu machen, den Qualifizierungsbedarf und gegebenenfalls Praktika zu vermitteln. Für Schulleiter Henken sind die Zahlen zwar ermutigend. Er sagt aber: „Zufrieden bin ich erst, wenn jeder einen Übergang ins Berufsleben gefunden hat.“

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erstellt am 26.Aug.2013 | 19:00 Uhr

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