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Hollingstedt / Ellingstedt : Grundschule warnt vor „Mitschnacker“

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Kinder berichten von einem aufdringlichem Autofahrer in Ellingstedt. Jetzt ermittelt die Kripo.

Die Gerüchte überschlagen sich. Schüler der Hollingstedter Schule sollen von einem fremden Mann angesprochen worden sein. Für helle Aufregung hat ein Rundschreiben gesorgt, das von der Außenstelle der Grundschule Schuby an die Eltern der 67 Schüler dieser Außenstelle vorsichtshalber ausgegeben wurde. Darin heißt es: „Liebe Eltern, leider wurden in den letzten Tagen mehrere Kinder unserer Schule von einem unbekannten Autofahrer angesprochen. Dieser versuchte sie „mitzuschnacken“, indem er sie in ein Fastfood-Restaurant einlud. Die Polizei ist informiert und hat Zeugenaussagen zu Protokoll genommen. Bitte sprechen Sie mit Ihren Kindern. Wir werden ebenfalls mit den Klassen darüber sprechen und Verhaltensregeln anbieten.“

Per Telefon, SMS, WhatsApp und Facebook hat sich dieses Infoschreiben der Schule, das von einem Elternteil fotografiert und ins Netz gestellt wurde, in Windeseile verbreitet. „Die Telefone stehen hier nicht mehr still“, sagt Sybille Johnsen, Schulleiterin der Grundschule. Weiter äußern möchte sie sich in Absprache mit der Polizei zu den Fällen aber nicht, zumal – soweit sie es gehört habe – die Kinder nicht auf dem Weg zur Schule angesprochen worden seien.

Mandy Lorenzen, Pressesprecherin der Polizeidirektion Flensburg, bestätigt, dass die Kripo Schleswig in mehreren Fällen ermittelt, Anzeigen lägen ihrer Kenntnis nach allerdings bislang nicht vor. Die Polizei sei am Montag darüber informiert worden, dass sich bereits am vergangenen Sonnabend gegen 17 Uhr in Ellingstedt in der Straße Wittsiek der Fahrer eines silbernen Opel Kombi auffällig verhalten haben soll. „Er fuhr in langsamer Fahrt an einem zehnjährigen Jungen und einem siebenjährigen Mädchen vorbei, hielt in einiger Entfernung an und wendete“, fasst Dieter Obermüller, Leiter der Kriminalpolizeistelle Schleswig, die Zeugenaussagen zusammen. Weil den Kindern das Verhalten des Fahrers merkwürdig vorgekommen sei, hätten sie die Nähe einer Anwohnerin gesucht. Daraufhin habe sich der unbekannte Autofahrer entfernt. In direkten Kontakt mit den Kindern sei der Mann nicht getreten.

Nachdem dieser Vorfall in der Schule thematisiert worden sei, habe sich ein neunjähriges Mädchen zu Wort gemeldet und erzählt, dass es bereits am Sonntag vor zwei Wochen in der Dorfstraße in Ellingstedt von einem Mann aus einem blauen Auto heraus angesprochen worden sei. Später berichtete eine Zehnjährige, dass zu ihr am vergangenen Montag ebenfalls von einem Mann in einem blauen Auto in der Straße Westerende in Ellingstedt Kontakt aufgenommen worden war.

Die Beamten der Polizeistation Silberstedt würden nun verstärkt an den betroffenen und angrenzenden Orten auf Streife gehen, erklärt Obermüller. Gleichzeitig appelliert die Polizei an die Eltern, ihre Kinder zu informieren und ihnen Verhaltensrichtlinien an die Hand zu geben. Angaben zu Kennzeichen des Fahrzeugs oder Aussehen des Fahrers machte die Polizei gestern nicht.

Dass die betroffenen Kinder unabhängig voneinander detailreiche und sich deckende Angaben zu dem Mann gemacht haben, hätten deren Eltern glaubhaft bei einem Elternabend am vergangenen Montag vorgetragen, sagt Kai Giermann, Elternbeiratsvorsitzender in Hollingstedt. Er wertet das Rundschreiben der Schule als schnelle und einzig richtige Reaktion auf die Berichte der Eltern. „Alle Eltern und Kinder sind gewahrschaut, und wir nehmen die Sache durchaus ernst“, sagt er.

 

 

 

 

 

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