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Schleswiger Nachrichten

19. August 2017 | 15:08 Uhr

Handewitt : Grünes Licht für Ortsumgehung

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Handewitt pocht schon seit vielen Jahren auf Verkehrsentlastung. Nach der Genehmigung des Bundesverkehrsministeriums beginnt jetzt das Warten auf Finanzmittel.

Sie ist längst zur Geduldsprobe für Gemeinde, Anwohner und Autofahrern geworden: die Handewitter Ortsumgehung im Zuge der Bundesstraße 199. Die Ansätze der Planungen reichen bis ins letzte Jahrtausend zurück, zuletzt herrschte gar ein „Dornröschenschlaf“. Seit August 2012 schlummerten die Unterlagen auf einem Bonner Schreibtisch des Bundesverkehrsministeriums und warteten auf den sogenannten „Gesehen-Vermerk“. Doch jetzt hat sich etwas getan: Die längst avisierte Genehmigung erfolgte zum 30. Juni. Über das Kieler Verkehrsministerium sind die Aktenordner inzwischen an den Landesbetrieb für Straßenbau und Verkehr in Flensburg weitergeleitet worden, wo das Planfeststellungsverfahren vorbereitet werden soll.

Vom Bund kamen ein paar Detail-Änderungen, aber laut Informationen aus dem Kieler Ministerium soll an den Eckwerten der Ortsumgehung, die seit 2004 als „vordringlicher Bedarf“ im Bedarfsplan für Bundesfernstraßen eingestuft ist, nicht gerüttelt worden sein. Die geplante Trasse verlässt beim Scandinavian Park den bestehenden Straßenverlauf, verläuft ein Stück weiter nördlich und endet erst hinter Unaften. Zudem soll die fast schon berühmte Handewitter Kurve am Ende des vierspurigen Ausbaus der Bundesstraße entschärft werden.

Die Terminschiene für das Projekt bleibt allerdings weiter ungewiss, selbst der Beginn des Planfeststellungsverfahrens lässt sich nicht genau datieren. Der Landesbetrieb ist derzeit vorwiegend mit Projekten an der Bundesstraße 5 in Nordfriesland – Ortsumgehungen für Hattstedt und Bredstedt, dritter Streifen zwischen Husum und Tönning – beschäftigt. Generell stoppt die knappe Bundeskasse jegliche Euphorie bei der Finanzierung, zumal der Bund einige größere Verkehrsprojekte in Schleswig-Holstein stemmen muss. „Nach Vorliegen der baurechtlichen Voraussetzungen wird sich das Land jedoch beim Bund für die Realisierung der Ortsumgehung Handewitt einsetzen, um die notwendigen Haushaltsmittel zu erhalten“, heißt es aus Kiel.

Unklar bleibt, weshalb es so lange gedauert hat. Mehrfach wurde die Bearbeitung der Akten ohne Nennung von Gründen verschoben. Im April fragte die Schleswiger Bundestagsabgeordnete Sabine Sütterlin-Waack (CDU) bei Enak Ferlemann, Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, nach dem Stand der Dinge. Die Antwort im Mai: „In Kürze“ sollte der Vorgang abgeschlossen sein. Es wurden noch einmal sieben Wochen. Eine konkrete Anfrage nach den Gründen für diese Verzögerung wurde von der Pressestelle des Ministeriums schlichtweg ignoriert, was Spekulationen Raum bietet.

 

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erstellt am 13.Aug.2014 | 08:00 Uhr

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