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Schleswiger Nachrichten

16. Dezember 2017 | 04:59 Uhr

Schleswig : Grünes Licht für Lidl-Neubau

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Die Stadt und die Gemeinde Busdorf einigen sich auf die Schaffung eines gemeinsamen Gewerbegebietes.

von
erstellt am 10.Feb.2016 | 10:29 Uhr

Wende im Streit um die Baupläne für einen Discounter an der Busdorfer Straße: Seit Jahren liegen die Stadt Schleswig und ihre Nachbargemeinde Busdorf im Clinch darüber, ob sich auf dem Grundstück des Baustoffhandels Carl Söhrn die Supermarktkette Lidl ansiedeln darf (wir berichteten). Dafür gab es im Amt Haddeby und beim Kreis Schleswig-Flensburg längst grünes Licht, während man in Schleswig – mit Blick auf das nahe gelegene Einkaufszentrum im Friedrichsberg – ein Veto bei der Landesplanung im Kieler Innenministerium einlegte. Nun aber haben sich beide Seiten offenbar auf ein gemeinsames Vorgehen geeinigt. Damit scheint der Weg frei für den Bau des Discounters – und die Ansiedelung einzelner Fachmärkte.

„Wir haben uns mit allen Beteiligten an einen Tisch gesetzt und wollen nun pragmatisch vorgehen, um den Standort am Kreisel positiv zu entwickeln“, hatte Schleswigs Bürgermeister Arthur Christiansen bereits in der vergangenen Woche im städtischen Bauausschuss erklärt. Dessen Mitglieder sollten über eine Beschlussvorlage abstimmen, die das weitere Vorgehen von Stadt und Gemeinde in der Frage regelt. Im Kern geht es dabei um die Schaffung eines Interkommunalen Gewerbegebietes (IKG). Dafür sollen beide Partner nun gemeinsam die planungsrechtlichen Voraussetzungen schaffen.

Hintergrund dieser Idee ist die geografische Lage des rund 2,8 Hektar großen Areals, die seit Jahren bei den Verhandlungen für Komplikationen sorgt. Denn die Straße, an der das Grundstück liegt, gehört zu Schleswig, die Fläche selbst aber zu großen Teilen Busdorf. Bereits seit 2008, als der Kreisverkehr an der Riesbergbrücke (an der B  76) fertig gestellt wurde, hat man diesen mit einer eigenen Ausfahrt für das Söhrn-Gelände ausgestattet. Genau so lange ist diese allerdings abgesperrt. Denn während die Busdorfer Gemeindevertretung schon vor Jahren Grünes Licht für die Ansiedelung eines Lidl-Marktes gab, wehrte sich die Schleswiger Seite massiv gegen diese Pläne. Der Einspruch bei der Landesplanung schien auf Dauer jedoch aussichtslos. Auch deswegen kam es nun zu der Einigung.

Diese beinhaltet im Wesentlichen folgende Punkte: Schleswig und Busdorf planen ein gemeinsames IKG. Die daraus generierten Gewerbesteuereinnahmen teilen sich beide Partner je zur Hälfte. Ebenso gleichberechtigt ist man bei der Frage, welche Betriebe sich auf dem Gelände ansiedeln dürfen. Und genau dieser Punkt dürfte noch für reichlich Gesprächsstoff sorgen. Bereits im Bauausschuss äußerten mehrere Mitglieder erneut ihre Bedenken, dass ein weiteres Angebot im Bereich Einzelhandel zu Lasten des Einkaufszentrums im Friedrichsberg gehen könnte. Am Ende aber wurde die Vorlage der Verwaltung bei sechs Ja-Stimmen, zwei Enthaltungen und einer Nein-Stimme angenommen.

Die Befürworter stützen sich dabei auf mehrere Gutachten (Potenzialanalysen), die in jüngster Zeit erstellt wurden und nun eine Verträglichkeit beider Standorte bescheinigen. „Außerdem haben wir uns darauf verständigt, dass wir Rücksicht auf das Angebot in der Innenstadt nehmen und keine Konkurrenzsituation schaffen. Da gehen wir sehr sensibel vor“, betont Busdorfs Bürgermeister Peter Seemann. Am 16. März werde die Busdorfer Gemeindevertretung über den Entwurf abstimmen. „Ich gehe davon aus, dass das durchgeht. Wir haben das Thema im Vorfeld lange diskutiert und sind überzeugt davon, dass sowohl Busdorf als auch Schleswig von dem IKG profitieren werden.“ Auch Haddebys Leitender Verwaltungsbeamter Ralf Feddersen teilt diese Einschätzung. Er spricht von einem „Durchbruch bei den Verhandlungen“ und hofft, dass – „wenn alles glatt läuft“ – im Laufe des kommenden Jahres mit der Erschließung des Geländes begonnen werden kann. „Fest steht, dass es sich hier, durch die perfekte Anbindung an zwei Bundesstraßen, um ein echtes Sahnegrundstück handelt.“

Das weiß auch die Familie Schoppmeier-Söhrn, die große Teile des Geländes schon lange nicht mehr nutzt und deshalb seit Jahren in Verhandlungen mit Interessenten steht. Lidl steht dabei nach SN-Informationen noch immer ganz oben auf der Liste. „Wir werden hier ganz verantwortungsvoll vorgehen, was das Ansiedeln von Gewerbe angeht. Es geht nicht darum, Kaufkraft aus der Innenstadt abzuziehen, sondern Kaufkraft in Schleswig zu halten“, betont Grundstückseigentümer Lutz Schoppmeier-Söhrn.

Ob das Gelände am Ende allerdings noch Teil der Gemeinde Busdorf bleiben wird, ist derweil noch fraglich. Da die geteilten Zuständigkeiten von Stadt und Gemeinde etwa bei der Änderung von Flächennutzungs- und Bebauungsplan zu Problemen führen könnte, haben sich beide Partner auf die Option verständigt, das Grundstück umgemeinden zu können und damit dem Stadtgebiet zuzurechnen.

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