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Schleswiger Nachrichten

24. Oktober 2017 | 14:23 Uhr

Grünes Binnenland heiß begehrt

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Region zwischen Schleswig, Husum und Flensburg verzeichnet im Tourismus zweistellige Zuwachsraten / Auszeichnung durch ADAC

Das grüne Binnenland im Dreieck zwischen Schleswig, Flensburg und Husum ist gefragt. Das ist nicht zuletzt das Verdienst der gleichnamigen Gebietsgemeinschaft, die das Tourismusmarketing für die Region verantwortet. „Manchmal wird mir schon richtig bange“, lacht Marianne Budach, Geschäftsführerin der Organisation. Seit 2008 steige der Buchungsumsatz steil nach oben, sagt sie, allein vom vorigen auf dieses Jahr bisher um mehr als 20 Prozent – von 244  000 auf derzeit 309  000 Euro. Und auch für 2016 gebe es bereits zahlreiche Vorbuchungen.

Dabei seien es nicht Monteure, die in der Region arbeiten und deshalb Quartiere benötigen, die diese Zuwächse bescherten. „Die Online-Buchbarkeit macht es“, so Budach. Die Ferienwohnungen in der Region würden über Vertriebskanäle wie Holliday Insider, Bestfewo, Ferienwohnungen.de oder HRS aus allen Ecken der Welt gebucht. Mehr als 70 Prozent der Buchungen kämen online. Das bringt Gäste, die ohne das Internet nicht auf die Region zwischen den Meeren aufmerksam geworden wären. Weil ältere Vermieter häufig Probleme mit den neuen Medien hätten und auch deren Stammgäste weniger würden, biete die Touristinformation Unterstützung bei Online-Buchungen an.

„Das Wetter war 2015 in unseren Breiten nicht unbedingt urlauberfreundlich“, so Budach. Wenn es schön wurde – wie im Mai –, habe es zahlreiche Spontanbuchungen gegeben. In den Ferien waren die Quartiere bis auf wenige Ausnahmen voll belegt, es konnten sogar einige Urlauberwünsche nicht erfüllt werden. Jetzt sei erst einmal Ruhe bis zu Silvester, „da sieht es wieder sehr positiv aus“.

In der Touristinformation, also dem „Tourist- & Service Center“ in der Dorfstr. 8 in Tarp, herrschte im Sommer vor allem an den Montagen häufig dichtes Gedränge. Die am Wochenende angereisten Gäste wollten sich informieren. Dänen und Norweger kämen eher in der Vor- und Nachsaison, wollten Ruhe und Entspannung, Land und Leute kennen lernen und einkaufen. Wegen des erhöhten Gästeaufkommens wurde zum 1. Juli mit Karin Lösche eine weitere Teilzeitmitarbeiterin für die Touristeninformation eingestellt.

Der Erfolg zeigt sich auch noch in anderer Form: Erst im November wurde dem Grünen Binnenland und der Eider-Treene-Sorge-Region die höchste Auszeichnung im Schleswig-Holstein-Tourismus, der ADAC-Tourismuspreis, verliehen. Gegen 50 Mitbewerber hatte man sich mit dem Kurzfilmprojekt „Wissen, bei wem man wach wird“ durchgesetzt.

Das Gastgeberverzeichnis ist mit 12  000 Exemplaren neu aufgelegt. „Schleswig-Holstein per Rad entdecken“ werde zu Weihnachten mit einer Auflage von 30 000 erscheinen und Anfang 2016 soll dann „Schleswig-Holstein zu Fuß entdecken“ mit Wanderangeboten aus dem ganzen Land und einer Auflage von 5000 Stück verfügbar sein.

Ab Januar wird intensiv die Saison 2016 mit Messeteilnahmen vorbereitet. Insgesamt zwölf Reisemessen in Nord-Rhein-Westfalen, Niedersachsen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Bremen werden mit einem Stand besucht. Überall im Land sowie in Holland, Belgien und Luxemburg werden außerdem Prospekte des Grünen Binnenlands über einen externen Anbieter verteilt. Marianne Budach und ihren vier Mitstreitern gehen die Ideen nicht aus. Regionale Produkte, deren Anbieter und Einzelhändler sollen gestärkt werden. Urlaubern soll die Möglichkeit gegeben werden, gleich einen vollen Kühlschrank mit zu buchen. Von Urlaubern leicht umzusetzende regionale Rezepte sollen gesammelt, von Vertretern der Landfrauenvereine und Gastronomen ausgewählt und dann in einer Broschüre zusammengefasst in den Ferienwohnungen ausgelegt werden. Und: „Unsere Schönwettergarantie ist nach wie vor ein Renner“, freut sich Marianne Budach über eine Idee, die vor einigen Jahren bundesweit für Schlagzeilen gesorgt hatte.

 


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