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CDU-Bundestags-Kandidatur : Großer Rückhalt für Petra Nicolaisen

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Die CDU-Mitglieder nominieren Landtagsabgeordnete Petra Nicolaisen aus Wanderup als Direktkandidatin zur Bundestagswahl.

Zehneinhalb Wochen vor der Bundestagswahl verzichtet die CDU auf Experimente. Die Mitglieder der Kreisverbände Flensburg und Schleswig-Flensburg haben am Dienstagabend in Tarp Petra Nicolaisen als Direktkandidatin für den Wahlkreis 1 nominiert. Die 51 Jahre Wanderuperin hat zwar keine bundespolitische Erfahrung, genießt als Landtagsabgeordnete aber einen relativ hohen Bekanntheitsgrad in der Region. Die im parteiinternen Wettbewerb als Außenseiter angetretenen Jens Junge, Helge Lehmkuhl und Christoph Weitkamp blieben letztlich ohne Chance. „Ich bin überwältigt“, rief Nicolaisen, nachdem sie sich bereits im ersten Wahldurchgang klar durchgesetzt hatte.

Die abermalige Wahlkreismitgliederversammlung war notwendig geworden, weil die bereits im November nominierte Sabine Sütterlin-Waack Anfang Juli auf ihre Kandidatur verzichtet hatte. Die Lürschauerin ist nach knapp einer Legislaturperiode im Bundestag in die neue Landesregierung gewechselt, wo sie den Posten der Justizministerin bekleidet.

Vier Kandidaten und eine gewaltige Beteiligung – man kann nicht gerade behaupten, die CDU wäre keine lebendige Partei. Noch nach dem eigentlichen Beginn der Veranstaltung wurden reihenweise Stühle in den Saal geschleppt. Mehr als 450 Mitglieder brachten den Tarper „Landgasthof“ schließlich zum Kochen. Allerdings weniger aufgrund überbordender Emotionen, sondern weil die Menschenmenge die Temperaturen auf schier unerträgliche Werte ansteigen ließ.

Aber die Bewerber behielten in einer sachlichen Vorstellungsrunde kühlen Kopf. Petra Nicolaisen gelang es in ihrer souveränen Rede offenkundig, Zweifel zu zerstreuen. Natürlich nehme sie die Bedenken derjenigen ernst, die meinten, dass sie doch gerade erst wieder in den Landtag gewählt worden sei und sich nun einfach aus dem Staub machen wolle. „Nein, ich mache mich nicht aus dem Staub“, betonte Nicolaisen. Sie habe sich von mehreren Altvorderen in der Partei überzeugen lassen, dass sie mit ihrem hohen Bekanntheitsgrad die größten Chancen habe, das Direktmandat für die CDU zu gewinnen. „Und ich gebe meinen Wahlkreis ja nicht auf – er wird nur größer.“ Gleichwohl habe sie die Entscheidung, für den Bundestag kandidieren zu wollen, einige schlaflose Nächte gekostet, so Nicolaisen weiter.

Zuvor hatte Jens Junge versucht, die Mitglieder von sich zu überzeugen. Der 53 Jahre alte Wirtschaftswissenschaftler aus Flensburg legte seinen Schwerpunkt darauf, die Auswirkungen der Digitalisierung auf die Gesellschaft mitgestalten zu wollen. Damit konnte er jedoch ebenso nur bedingt punkten wie der Schleswiger Steuerberater Christoph Weitkamp (51). Der politische Quereinsteiger wollte seinen Parteifreunden in erster Linie seine Expertise als Steuer- und Finanzfachmann schmackhaft machen.

Dem dritten Außenseiter, Helge Lehmkuhl (45), waren im Vorfeld noch die größten Chancen eingeräumt worden, Petra Nicolaisen die Direktkandidatur streitig zu machen. Schließlich ist er Chef des Schleswiger CDU-Stadtverbandes und kann als Ratsherr und stellvertretender Bürgermeister eine Menge kommunalpolitischer Erfahrung vorweisen. Doch nicht nur, als er einräumte, auch mal einer anderen Partei angehört zu haben – Lehmkuhl wechselte vor einigen Jahren von der SPD zur CDU – erntete er ein Murren im Saal. Auch dass er ziemlich dick auftrug und unter anderem herausstellte, dass er „intelligent und scharfsinnig“ sei, kam nicht bei jedem Zuhörer gut an.

Lehmkuhl bekam schließlich nur 46 von 452 abgegebenen Stimmen und damit kaum mehr als Weitkamp (42) und sogar weniger als Junge (59). Für Petra Nicolaisen hingegen stimmten 305 Mitglieder, was einem Votum von satten 67,5 Prozent entspricht. Eine Stichwahl war somit nicht mehr erforderlich.

„Wir ziehen die Schuhe jetzt wieder an und machen wieder Wahlkampf“, sagte Nicolaisen in ihrer Dankesrede. Die unterlegenen Konkurrenten kündigten an, sie unterstützen zu wollen. „Ich hoffe, dass Petra Nicolaisen den Wahlkreis gewinnt“, sagte Jens Junge stellvertretend. Eine Absicherung über die Landesliste gibt es für die Kandidatin nicht. Der Weg nach Berlin führt also nur über das Direktmandat, um das Nicolaisen nun mit SPD-Kandidat Clemens Teschendorf (43) aus Steinbergkirche ringt.

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erstellt am 13.Jul.2017 | 14:25 Uhr

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