Kontrollen an der A7 : Großeinsatz gegen Alkohol und Drogen

Extra-Wartezeit macht schlechte Laune: Auch die Passagiere eines Fernbusses mussten sich der Kontrolle unterziehen.
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Extra-Wartezeit macht schlechte Laune: Auch die Passagiere eines Fernbusses mussten sich der Kontrolle unterziehen.

Schleuser, Betrunkene und genervte Buspassagiere: 80 Beamte von Polizei und Zoll bei zehnstündiger Großkontrolle im Einsatz.

shz.de von
11. Mai 2015, 07:33 Uhr

Für Autofahrer , die in Richtung Norden unterwegs waren, gab es in der Nacht zum Sonntag kein Entrinnen: Die Fahrspuren im Verlauf der BAB A7 in Höhe des Parkplatzes Arenholz waren gesperrt, der gesamte Fahrzeugverkehr wurde auf den Rastplatz umgeleitet. Mit einem ersten, geübten Blick in den Innenraum der Fahrzeuge, entschieden die einweisenden Polizeibeamten über Weiterfahrt oder Intensivkontrolle der Verkehrsteilnehmer in Sekundenschnelle. Insgesamt 80 Beamte der Polizeidirektion Flensburg, von Zoll und Bundespolizisten waren im Norden bei einer zehnstündigen Mammut-Kontrolle im Einsatz.

„Im Jahr 2014 hatten wir in der Kreisen Schleswig-Flensburg und in Nordfriesland eine Steigerung der Alkohol- und Drogendelikte im Fahrzeugverkehr zu verzeichnen“, erläuterte Polizeisprecherin Mandy Lorenzen. „Die Großkontrolle soll präventiv wirken, wir wollen aber auch einen Fokus auf reisende, grenzüberschreitende Kriminaltäter setzen.“

Kontrolleure standen auf dem hell erleuchteten Parkplatz Arenholz bereit, um Autos, Lastwagen und Reisebusse genauestens unter die Lupe zu nehmen.

Für einen dänischen Autofahrer endete die Fahrt in Richtung Horsens gegen 23 Uhr in der Kontrolle. Der 22 Jahre alte Opelfahrer bestand zunächst einen Reaktionstest nicht, dafür lieferte ein Drogentest eindeutige Ergebnisse: Der Däne hatte Betäubungsmittel eingenommen. Der Drogensuchhund „Simba“ kam zum Einsatz, das Fahrzeug wurde auf weitere Barbiturate durchsucht. Der Skandinavier wurde zur Entnahme einer Blutprobe auf das Polizei- Autobahnrevier nach Schuby gebracht. Für die weitere Fahrt übernahm der Beifahrer das Steuer der weder Drogen genommen, noch Alkohol konsumiert hatte. Dem 22-jährigen Dänen drohen jetzt ein Bußgeld und der Führerscheinentzug.

Große Augen machten die Kontrolleure wenig später, als ein ebenfalls aus Dänemark stammender Autofahrer mit einem Smart-Roadster an die Kontrollstelle beordert wurde. Das Kurzzeitkennzeichen war bereits Ende August 2011 abgelaufen, der 29-Jährige gab an, dass er das Kennzeichen bereits seit dem Kauf eines Gebrauchtwagens im Jahr 2011 benutzt. Das Kennzeichen war „über“, erklärte der Autofahrer. Auch für den Smart, den er am Wochenende in Niedersachsen gekauft hatte. Die Weiterfahrt wurde dem Mann untersagt. Er wurde von seiner Freundin chauffiert, das neue Auto musste stehen bleiben.

Mit einem mobilen Röntgengeräte waren Beamte des Zollamts Hamburg Hafen angereist, verdächtige Gepäckstücke konnten somit sofort vor Ort an der Kontrollstelle durchleuchtet werden. Einige Reisende eines Fernbusses in Richtung Flensburg, die sich wegen des Lokführerstreiks für eine Busfahrt entschieden hatten, waren von der Kontrolle sichtlich genervt. Das gesamte Reisegepäck wurde ausgeladen und mit dem Röntgengerät durchleuchtet. Nach rund einer halben Stunde war die Prozedur überstanden. Es gab keine Beanstandungen durch den Zoll.

Die Kontrolle am Autobahnparkplatz Arenholz wurde in der Nacht von der Bundestagsabgeordneten Sabine Sütterlin-Waack als Zaungast begleitet. Der professionellen Arbeit der Polizei und den beteiligten Behörden sprach die Abgeordnete höchsten Respekt und Anerkenntnis für den nächtliche Einsatz aus.

Auch an weiteren Punkten im Norden, auf der Landesstraße 317 bei Helligbek, sowie bei Kappeln und im Kreis Nordfriesland gingen ebenfalls der Polizei Autofahrer mit Verstößen ins Netz. „Insgesamt wurden bei acht Fahrzeugführern verschiedene Drogeneinflüsse festgestellt, ein Autofahrer wurde in Kappeln mit 1,6 Promille gestoppt“, so Polizeisprecherin Lorenzen. Eine komplette Flüchtlingsfamilie aus Syrien mit zwei Kleinkindern an Bord, wollte ein Holländer nach Schweden schleusen. Das klappte nicht. Die Asylsuchenden wurden noch in der Nacht an die Bundespolizei übergeben. Die Kontrolle endete am Sonntagmorgen um sechs Uhr.

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