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Schleswig : Große Pläne für Real-Einkaufszentrum

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Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Auf dem Real-Grundstück an der Flensburger Straße soll eine neue Ladenzeile mit Mode-Fachmarkt und Sparkassen-Filiale entstehen. Die Kommunalpolitiker sehen noch Diskussionsbedarf.

Das größte Warenhaus der Stadt steckt in einer Krise. Die Umsätze bei Real sind in den vergangenen Jahren spürbar zurückgegangen. Was Unternehmensvertreter von Real bislang offiziell stets bestritten haben, das spricht der Vermieter der Immobilie jetzt offen aus. „Der Standort hat einige strukturelle Defizite“, sagte Leopold Ocker vom Hamburger Immobilien-Investor Newport jetzt vor dem Bauausschuss im Rathaus. Newport möchte gegensteuern – und zwar mit einer Erweiterung des Einkaufszentrums rund um den großen Verbrauchermarkt. Die Pläne dafür haben Ocker und der Architekt Jens Neuwald nun erstmals öffentlich vorgestellt.

Es geht um den südlichen Teil des Grundstücks, das bislang ein Schattendasein führt. Dort sollen nur die Tankstelle und die Waschstraße stehen bleiben. Newport möchte die übrigen Gebäude abreißen und durch eine Reihe von Fachmärkten ersetzen. Von außen sieht das neue Gebäude ähnlich aus wie der bereits bestehende Komplex auf der anderen Seite des Grundstücks.

Die Mieter für den Neubau stehen bereits in den Startlöchern. Das Zoogeschäft Petersen, das dort schon jetzt in einem alten Gebäude mit undichtem Dach beheimatet ist, gehört dazu. Wichtigster Interessent ist der Mode-Discounter Adler, der eine 2000 Quadratmeter große Filiale eröffnen möchte. Das macht rund die Hälfte der insgesamt geplanten Nutzfläche aus.

Die Nospa möchte mit ihrer Filiale in der Breslauer Straße, die erst kürzlich zur „Regionaldirektion Schleswig-Nord“ aufgewertet wurde, hierhin umziehen in das Fachmarktzentrum. Der Schuhpark plant, vom Lattenkamp auf der gegenüberliegenden Seite der Flensburger Straße in das neue Fachmarkt-Zentrum zu wechseln.

Newport hatte das Grundstück im vergangenen Jahr – zusammen mit mehreren anderen Real-Immobilien in ganz Deutschland gekauft. Der Mietvertrag mit Real läuft noch bis 2018. Die Vertragspartner hatten bereits vor mehreren Wochen angekündigt, den Vertrag langfristig zu verlängern. Trotz der strukturellen Defizite sei Schleswig für Real „ein besonderer Standort mit überregionaler Bedeutung“, sagte Ocker.

Die Mitglieder des Bauausschusses reagierten zurückhaltend auf die Pläne. Sowohl Jürgen Lorenzen (SPD) als auch Arne Hinrichsen (CDU) erbaten sich Bedenkzeit, um das Thema zunächst in den Fraktionen zu besprechen. Beide wollten negative Auswirkungen auf die Innenstadt vermeiden. Entscheiden wollen sie erst auf der Februar-Sitzung des Bauausschusses.

Bürgermeister Arthur Christiansen machte deutlich, dass man dieses Thema im Vorwege mit dem Investor bereits ausgiebig erörtert habe. „Ich habe selten einen so ehrlichen Umgang erlebt, in dem die Interessen der Stadt ernst genommen werden.“

In abgespeckter Form könnte Newport seine Pläne schon jetzt auf Basis des bestehenden Bebauungsplans umsetzen. Die Zustimmung von Bauausschuss und Ratsversammlung benötigt der Investor jedoch, weil er die bisherigen Grenzen für die Bebauung leicht überschreiten möchte. Im Gegenzug bietet das Unternehmen an, sich vertraglich zu verpflichten, bestimmte Warensegmente, die für die Innenstadt bedeutend sind, dort nicht zuzulassen. Dabei geht es unter anderem um den Media-Markt. Der Elektro-Fachmarkt gehört ebenso wie Real zum Metro-Handelskonzern und hatte, so Ocker, starkes Interesse daran, vom Schlei-Center umzuziehen an den Stadtrand.

Zur Höhe der geplanten Investition wollte Ocker keine Angaben machen. Die Bauarbeiten sollen im kommenden Jahr beginnen, sobald die Genehmigung vorliegt.

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erstellt am 02.Dez.2015 | 17:24 Uhr

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