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Naherholungsgebiet in Schleswig : Große Pläne für das Holmer Noor

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Innerhalb von zwei Jahren soll in Schleswig ein Naturerlebnisraum mitten in der Stadt entstehen. Das Vorhaben kostet 175 000 Euro.

Für die Schleswiger Umweltgruppen ist es ein Traum, an dessen Verwirklichung sie seit vielen Jahren vergeblich arbeiten. Jetzt könnte er tatsächlich wahr werden: Das Holmer Noor, die 22 Hektar große grüne Oase zwischen Altstadt und Freiheit könnte aus seinem Dornröschenschlaf erwachen und schon in wenigen Jahren zu einem beliebten Naherholungsraum werden. Das Flensburger Planungsbüro Oeding hat dazu konkrete Vorschläge ausgearbeitet. Bürgermeister Arthur Christiansen und seine Stadtverwaltung empfehlen, sie umzusetzen. Der Bauausschuss wird sich mit dem Thema am kommenden Dienstag, 16. September, ab 15 Uhr im Rathaus beschäftigen. „Vielen Schleswigern ist überhaupt nicht klar, welch herrliches Gelände sie direkt vor der Tür haben“, sagt Fritz Laß, der langjährige Vorsitzende der Interessengemeinschaft Umwelschutz (IGU) und Vorkämpfer für einen Naturerlebnisraum Holmer Noor. Nur ganz vereinzelt durchziehen Trampelpfade das Gelände.

Schon vor zwei Jahren hatten die Kommunalpolitiker zugestimmt, Pläne für einen Naturerlebnisraum in Auftrag zu geben. Zuvor war dies jahrelang vertagt worden. Eigentlich war schon vorgesehen, das Holmer Noor in die Landesgartenschau 2008 mit einzubinden.

Was genau auf dem Gelände nun geschehen soll, ist noch nicht festgelegt. Das Büro Oeding hat dazu mehrere Vorschläge gemacht und geht von Gesamtkosten in Höhe von 175 000 Euro aus. 70 000 Euro müsste die Stadt selbst aufbringen. Für den Rest hofft man im Rathaus auf Zuschüsse aus dem Kieler Umweltministerium. Von dort wurden „positive Signale gegeben“, hat Jens Bagehorn-Delor, der das Projekt im Bauamt betreut, den Kommunalpolitikern mitgeteilt. Außerdem könnte es Geld aus der Bingo-Umweltlotterie geben.

Das Planungsbüro schlägt vor, neue Fußwege ins Noor zu schaffen – zum Beispiel von der ehemaligen Kreisbahntrasse aus zum Gelände der früheren Stadtgärtnerei. Besonderer Anziehungspunkt soll eine Aussichtsplattform werden, von der aus man zum einen die Reiher auf dem Wasser im Ostteil des Noores beobachten kann, aber auch einen bislang ungewohnten Blick auf die Schleswiger Altstadt hätte. Einige Bereiche des Noores, die eine große Bedeutung für den Naturschutz haben, sollen weiterhin unzugänglich bleiben. Zum Beispiel haben sich hier Greifvögel niedergelassen, die nicht gestört werden sollen.

Ein großes Potenzial sehen die Planer im verlassenen Gelände der ehemaligen Stadtgärtnerei am Rande des Noors. Zwischen Obstbäumen könnte hier ein Lebensraum für Insekten, Vögel und Fledermäuse entstehen. Eine offiziell ausgewiesene Freilauffläche für Hunde könnte dafür sorgen, dass Spaziergänger ihre Tiere nicht mehr in den Bereichen des Noores herumtoben lassen, wo wild lebende Tiere ihre Rückzugsgebiete haben. Bänke und Sitzgelegenheiten sollen den Naturerlebnisraum ebenso abrunden wie Info-Tafeln zur historischen Entwicklung des Holmer Noores und seiner Bedeutung für die Natur.

All das soll innerhalb von zwei Jahren verwirklicht werden. In einem späteren Stadium könnte dann auf dem Grundstück der Stadtgärtnerei ein richtiger kleiner Park entstehen mit Spielgeräten für Kinder, einer Boulebahn oder einer öffentlichen Anlage zum Schachspielen.

 

 

 

 

 

 

 

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erstellt am 11.Sep.2014 | 07:27 Uhr

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