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Schleswiger Bürgermeister-Wahlkampf : Große Einigkeit und kleine Sticheleien

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Auf einer Diskussionsveranstaltung der Wirtschaftsjunioren zeigten sich alle fünf Schleswiger Bürgermeisterkandidaten unternehmerfreundlich

Diese fünf Männer verbringen derzeit viele Stunden miteinander: Die Bürgermeisterkandidaten Thorsten Dahl, Frank Neubauer, Arthur Christiansen, Ronny Haardt und Ingo Harder trafen jetzt bereits zum dritten Mal auf einer öffentlichen Diskussionsveranstaltung aufeinander. Das Interesse der Bürger ist ungebrochen. Im Saal des Hotels Strandhalle waren fast alle der rund 150 Stühle gefüllt. Eingeladen hatten diesmal die Wirtschaftsjunioren und die „Initiative Schleswig“, in der zahlreiche Unternehmer und Führungskräfte aus der Wirtschaft zusammengeschlossen sind.

So stellten denn auch die Moderatoren Nina Ruckpaul, Florian Mackenrodt und Stefan Wesemann Wirtschaftsthemen in den Vordergrund – und die Kandidaten demonstrierten über weite Strecken Einigkeit. Alle sind sie dafür, Unternehmen anzusiedeln und die Innenstadt zu beleben. Alle versicherten, sie hätten immer ein offenes Ohr für die Belange der Schleswiger Firmen.

Wer Unterschiede erkennen wollte, musste genau hinhören. Amtsinhaber Thorsten Dahl sprach sich gegen neues produzierendes Gewerbe in der Stadt aus: „Das beißt sich mit dem Tourismus.“ Solche Betriebe sollten sich lieber im Umland ansiedeln. Ingo Harder indes möchte sein Hauptaugenmerk darauf richten, große Firmen anzulocken. Ronny Haardt sprach sich am deutlichsten dafür aus, für Investitionen wie Schwimmbad oder Theater die Umlandgemeinden mit in die Pflicht zu nehmen. Frank Neubauer (CDU) wandte sich am deutlichsten gegen höhere Abgaben oder neue Steuern: Keine Parkgebühren, keine Tourismus-Abgabe, keine Zweitwohnungssteuer. Beim Thema Tourismus-Abgabe griff Neubauer den Kandidaten von SPD, SSW und Grünen, Arthur Christiansen, einmal direkt an. Neubauer sagte, die Tourismusabgabe sei „eher ein Thema des SPD-Kandidaten“, was Christiansen bestritt. Ein zweites Mal gerieten die beiden Platzhirsche aneinander, als es um die Frage ging, wie sie die Verwaltung führen wollen. Es gebe im Rathaus „neben einigen Schlaftabletten“ auch sehr viele gute Leute. Christiansen konterte: „Einen Begriff wie Schlaftablette würde ich niemals in den Mund nehmen, schon gar nicht öffentlich.“

Auf die Frage, was sie in Zukunft machen werden, falls sie die Wahl verlieren, waren sich drei Kandidaten einig: Christiansen (Bürgermeister von Handewitt), Neubauer (Polizeikommissar) und Harder (selbststänidiger Fliesenleger) wollen bleiben, was sie sind. Thorsten Dahl sagte: „Dann bin ich mit 48 Jahren Pensionär und gut versorgt. Also lassen Sie mich besser weiterarbeiten für mein Geld.“ Ronny Haardt bekannte: „Ich habe seit zwei Jahren all meine Energie und all meine Zeit in diese Kandidatur gesteckt. Ich habe keinen Plan B.“

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erstellt am 05.Sep.2013 | 11:45 Uhr

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