Schottische spiele auf der freiheit : Große Bühne für echte Kerle

13 Kilogramm wog der Stein, der aus dem Stand geworfen werden musste.
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13 Kilogramm wog der Stein, der aus dem Stand geworfen werden musste.

6000 Zuschauer machten die ersten „Baltic Highland-Games“ auf der Freiheit zu einem vollen Erfolg. Eine Neuauflage für Pfingsten 2015 ist bereits geplant.

shz.de von
10. Juni 2014, 07:44 Uhr

Einen 48 Kilogramm schweren Baumstamm hochwerfen und dabei nur Flip-Flops an den Füßen tragen? Das ist viel zu gefährlich, entschied David Lang, Wettkampfrichter bei den ersten „Baltic Highland-Games“, die am Wochenende rund 6000 Schaulustige auf die Freiheit lockten. Erst mit festem Schuhwerk durfte der junge Mann als einer von 20 Teilnehmern versuchen, den vier Meter langen Baumstamm so zu werfen, dass er nach einem perfekten Überschlag „auf 12 Uhr“ liegen blieb. Was die sonstige Kleiderordnung anging, waren die schottischen Gastgeber vom Clan MacKenzie – beziehungsweise dessen deutschem Ableger, die „Clan MacKenzie Society of Germany“ – tolerant: Die Wettkämpfer mussten also keinen traditionellen Kilt tragen. Dabei hätte sich die luftige Kleidung angesichts der warmen Temperaturen sicherlich ausgezahlt.

Dass die Hobby-Schotten ihren traditionellen Wettkampf, der bereits Queen Victoria beeindruckt haben soll, erstmals hinter dem ehemaligen Offizierscasino an der Schlei austrugen, ist dem Schleswiger Hajo Petersen zu verdanken. Dem Präsidenten der deutschen MacKenzies geisterte die Idee „bereits seit fünf Jahren“ im Kopf herum, ehe er letztes Jahr zusammen mit Eventmanager Daniel Spinler Nägel mit Köpfen machte: „Auf dem Osterfeuer haben wir aus einer Bierlaune heraus die ,Baltic Highland-Games’ ins Leben gerufen.“ Seitdem liefen die Planungen – „und zwar mit ganz wenig Geld“. Statt Eintritt zu nehmen, habe man um Sponsoren geworben und Gebühren für Imbissbuden und Verkaufsständen erhoben

Am Sonntag zog Petersen eine sehr positive Bilanz. Mit dem „supergeilen Wetter haben wir Glück gehabt“, denn Unwetterwarnungen hätten ihn durchaus bange zum Himmel blicken lassen. Doch Petrus erwies sich gnädig, was sich positiv auf die Besucherzahlen auswirkte. War die Resonanz beim Kinderwettkampf am Sonnabendnachmittag, an dem sich 80 Mädchen und Jungen beteiligten, noch verhalten, sorgte bereits am Abend die Musik von Raymond Hackland für großen Zuspruch. Am sonntäglichen Wettstreit der Männer mit Baumstämmen, Steinen und Heusäcken „wurden wir dann von Besuchern überrannt“, freute sich Hajo Petersen.

An den einzelnen Wettkampfstationen wurden die Männer angefeuert, und auch Fehlversuche erhielten fairen Applaus. Dank dieser Unterstützung erzielte Sascha Kledzinski beim Heusack-Wurf („sheaf toss“) mit sechs Metern den Rekord. Beim Baumstammwurf („caber toss“) hatte er ein ebenso glückliches Händchen – oder besser zwei: Gleich beim ersten Versuch schaffte er den perfekten Überschlag und damit 100 Punkte. Luca Böttcher erwies sich beim Steinwurf („stone put“) als einsame Spitze: Mit 7,20 Metern übertraf er als Einziger die Sieben-Meter-Marke.

Fest steht bereits: „Die zweiten ,Baltic Highland-Games’ werden Pfingsten 2015 stattfinden“, machte Petersen eine klare Ansage.

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