Friedrichsberger Bürgerverein : Grogabend mit Bananen-Einsatz

In Karnevalsstimmung: Bürgermeister Arthur Christiansen (links) neben Reimer Witt, dem Vorsitzenden des Friedrichsberger Bürgervereins.
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In Karnevalsstimmung: Bürgermeister Arthur Christiansen (links) neben Reimer Witt, dem Vorsitzenden des Friedrichsberger Bürgervereins.

Beim Friedrichsberger Bürgerverein geht Bürgermeister Christiansen auf die Vorwürfe gegen den Chef seiner Bauaufsicht ein. – und spricht über die Innenstadt-Sanierung.

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01. März 2017, 09:54 Uhr

Als Arthur Christiansen sich einen schwarzen Hut mit bunten Punkten aufsetzte, da dachten wohl die meisten Besucher auf dem Grogabend des Friedrichsberger Bürgervereins einfach an Rosenmontag. Als der Bürgermeister dann aber zwei Bananen in die Hände nahm und damit in die Runde grinste, da war zu ahnen, dass er vielleicht doch noch eine andere Botschaft loswerden wollte. „Willkommen in der Bananenrepublik“, begann er seinen Vortrag, den der Bürgermeister traditionell auf dem alljährlichen Grogabend zur Lage der Stadt im Allgemeinen und des Friedrichsbergs im Besonderen hält. Christiansen spielte damit an auf die Überschrift über den „Schleswiger Ansichten“ in den SN am vergangenen Sonnabend und die Berichterstattung über Vorwürfe gegen den Leiter der Bauaufsicht im Rathaus, der private Interessen mit seiner beruflichen Tätigkeit verquickt haben soll. „Die Zeitung hat sich das sicher nicht aus den Fingern gesaugt“, sagte er. Er bekräftigte, dass die Verwaltung der Sache auf den Grund gehen werde. „Aber wir werden nicht vorverurteilen und keine Volkshetze betreiben.“ Er selbst kenne den Sachverhalt bisher „nur rudimentär“. Wenn Ergebnisse der bevorstehenden Untersuchung vorlägen, würde über diese auch öffentlich berichtet, versicherte Christiansen.

Danach legte er die Bananen zur Seite, nahm den Karnevalshut ab und wandte sich anderen Themen zu, die ihn derzeit beschäftigten. Er freue sich über den geplanten Anbau an Schloss Gottorf, die bevorstehende Sanierung des Domturms und die Finanzierungs-Zusage für den Theaterbau auf der Freiheit.

Den Schwerpunkt legte Christiansen auf die Innenstadt-Sanierung, die in diesem Jahr beginnen soll. „Unsere Stadt hat große Potenziale, die müssen gehoben werden, und genau das wird jetzt geschehen“, sagte er. Die Millionenzuschüsse aus dem Städtebau-Programm des Bundes seien dabei eine große Chance. „Andere bezahlen unser Wohnzimmer.“ Zum Zeitplan wiederholte er, dass der Abriss des Hertie-Gebäudes in diesem Sommer beginnen werde. Neu war die Information, dass die Straßenbauarbeiten im Stadtweg voraussichtlich 2019 stattfinden werden. Losgehen wird es am Gallberg, von dort wird sich die Baustelle Schritt für Schritt bis zum westlichen Ende des Stadtwegs vorarbeiten. In diesem Zuge werden die Versorgungsleitungen im Erdboden erneuert. „Das wird schwere Kost“, sagte Christiansen. „Es wird nicht ohne Schmutz, Lärm und Staub abgehen.“ Die Mühe werde sich aber lohnen. Schleswigs Innenstadt sei in den vergangenen Jahren hinter Städte wie Husum, Eckernförde oder Heide zurückgefallen. „Aber wir sind zuversichtlich, dass wir wieder das gleiche Niveau erreichen.“

Positive Entwicklungen sah Christiansen auch im Friedrichsberg. Die Friedrichstraße werde sich weiter zu einem „Kiez zum Wohnen“ entwickeln. Bauanträge, die er bereits gesehen habe, zeigten deutlich in diese Richtung. So werde sich demnächst wohl „im Bereich um Gosch’s Gasthof“ etwas tun.

Nachfragen aus dem Publikum gab es insbesondere zur Parkplatz-Situation am Bahnhof. Der Bürgermeister versicherte, dass der neue Parkplatz jenseits der Bahngleise zur Verfügung stehen werde, wenn im Mai auf der bisherigen Brachfläche am Karpfenteich die Bauarbeiten für die neue Friedrichsberger Feuerwache beginnen und die Bahnhofsbesucher in diesem Bereich ihre Autos nicht mehr abstellen können.

Der neue Parkplatz solle zunächst aber nur provisorisch hergerichtet werden. Danach werde man beobachten, ob der Platz, der vom Friedrichsberger Zentrum nur über den Umweg über den Husumer Baum zu erreichen sein wird, überhaupt angenommen werde. „Denn wenn wir 300  000 Euro für einen Parkplatz ausgeben, auf dem dann keiner parkt, lande ich im Schwarzbuch des Steuerzahlerbundes“, sagte der Bürgermeister. Uwe Hahn, Bauentwickler und Ältermann der Friedrichsberger Schützengilde, erinnerte an einen Jahrzehnte alten Plan, zu dem neuen Parkplatz eine Zufahrt über den Tegelbarg zu bauen. Autofahrer müssten dann zwar immer noch über den Husumer Baum fahren, aber nicht mehr zusätzlich einen Umweg über den Kolonnenweg oder den Melkstedtdiek nehmen.

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