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Theater-Spielstätte in Schleswig : Grisebach: „Nicht ohne Bühnenturm und Orchestergraben“

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Beim SPD-Stadtgespräch formuliert Landestheater-Intendant Peter Grisebach seine Vorstellungen vom neuen Theaterhaus.

Die erste Euphorie ist verflogen. Dass schon im Sommer des nächsten Jahres das Landestheater im alten Bundeswehr-Mannschaftsheim auf der Freiheit spielen wird, daran glaubt offenbar niemand mehr. Der Umbau wird länger dauern, vielleicht bis 2018, vielleicht noch länger. In dieser Einschätzung waren sich Bürgermeister Arthur Christiansen und Generalintendant Peter Grisebach einig. Am Donnerstagabend waren sie die ersten Gäste des „Stadtgesprächs“, einer neuen Veranstaltungsreihe des SPD-Ortsvereins.

Die Frage, die somit immer akuter wird, lautet: Wo spielt das Theater ab dem nächsten Jahr? Der Mietvertrag mit dem SSF über das Slesvighus im Lollfuß läuft dann aus. Grisebach würde dort gern bis zum endgültigen Umzug in die neue Spielstätte bleiben. Ob die Stadt ihm diesen Wunsch erfüllen wird, ist offen. „Der SSF ist grundsätzlich bereit, den Saal weiter zur Verfügung zu stellen“, sagte der Bürgermeister. Er deutete aber auch an, woran es scheitern könnte: „Die Preisfrage ist zu klären. Ein Folgeprovisorium muss vielleicht gar nicht teurer sein.“ Woran er beim Wort „Folgeprovisorium“ denkt, das ließ sich der Bürgermeister auch durch Nachfragen aus dem Publikum nicht entlocken. Seine Antwort: „Man versucht Varianten zu durchdenken, das ist noch in der Prüfphase. Es geht zum einen um das Theater, zum anderen aber auch um das Heimat-Varieté.“

„Heimat“-Betreiber Mario Hoff hatte schon Ende des vergangenen Jahres, als die Stadt das Gebäude kaufte, in dem er seit drei Jahren sein Varietéprogramm anbietet, von der Möglichkeit gesprochen, während des Umbaus in ein Zelt auszuweichen. Grisebach aber sagt: „Das wird noch ein spannender Vorgang sein. Mit dem Slesvighus haben wir uns arrangiert. Aber ich kann mir nicht vorstellen, von einer Ersatzspielstätte in die nächste zu ziehen.“

Dass sich das Landestheater-Ensemble aber letztlich mit dem zufriedengeben muss, was die Städte ihm zur Verfügung stellen, das hatte der Intendant schon ganz zu Beginn des Abends konzediert: „Überall, wo es halbwegs wie eine Bühne aussieht, wird Schauspiel gespielt.“ Noch mehr als die nächste Übergangslösung bewegt ihn aber, wie die Spielstätte auf der Freiheit nach dem Umbau aussehen wird. Grisebach drängt darauf, einen Bühnenturm zu bauen und einen Orchestergraben. Das sei weniger aufwendig, als manche Leute glaubten. Das Gebäude sei ohnehin vollständig unterkellert, für den Orchestergraben seien also keine zusätzlichen Erdarbeiten erforderlich. „Und ein Bühnenturm ist auch kein Hexenwerk.“ Ohne diese beiden Elemente werde das neue Haus nicht mehr Möglichkeiten bieten als das Slesvighus.

Noch weiß niemand, was die Bauarbeiten kosten werden und ob die Stadt dafür einen Zuschuss vom Land bekommt. Wie immer in den vergangenen Jahren, wenn es bei der SPD um die Zukunft des Theaters geht, kam die Sprache auch wieder auf den Plan, ein neues Theater auf dem Hesterberg zu bauen, mit dem sich SPD und SSW in der Ratsversammlung nicht hatten durchsetzen können. „Es ist nicht klar, ob die Stadt jetzt mehr Geld ausgeben wird, als sie es auf dem Hesterberg getan hätte“, sagte der Ortsvereinsvorsitzende Henrik Vogt.

Aus dem Publikum kam in der Diskussion noch eine ganz neue Idee: Jörg Smoydzin, Amtsrichter und Vorsitzender des Kinderschutzbundes, regte an, das Theater an die Stelle des bald abgängigen Parkhauses am Schwarzen Weg zu setzen. Möglicherweise in Verbindung mit einem neuen Rathaus. „Das alte Rathaus könnte man dann an eine Hotelkette verkaufen.“ Davon wollte SPD-Fraktionschef Stephan Dose aber nichts wissen: „Die Lösung auf der Freiheit ist zwar nicht die bestmögliche, aber wir haben jetzt endlich eine, auf die sich alle Fraktionen geeinigt haben. Jetzt sollten wir die Diskussion nicht wieder von vorn beginnen.“

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erstellt am 19.Mär.2016 | 07:39 Uhr

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