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Qualifiziert fürs „Baltic Open Air“ : Griechische Endzeitstimmung

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Acht Bands kämpften in der Diskothek Ela-Ela um die Gunst von Publikum und Jury und einen Auftritt beim „Baltic Open Air“ im August.

Das Gespenst, das sich in Europa schon lange herumtreibt, hat am Wochenende Schleswig erreicht: griechische Endzeitstimmung. Allerdings unter gänzlich positiven Vorzeichen. Die Bremer Band „Dystopolis“ ging als Sieger aus dem „Baltic Open Air“-Warm-up in der Disco Ela-Ela hervor, bei dem erstmals zwei Bands gesucht wurden, die neben bekannten Acts wie „Uriah Heep“ und „Schandmaul“ auf dem Festival im August auftreten werden.

Der Bandname der fünf Musiker setzt sich aus den griechischen Begriffen Dystopie und Polis zusammen und wird von Sänger Andreas Müller mit „Endzeitstadt“ übersetzt – passend dazu nennen sie ihre Musik „postapocalyptical Metal“. Während „Dystopolis“ am Sonnabend, 29. August, auftreten wird, haben die zweiten Sieger der Cuxhavener Band „Immortal Sin“ ihren Festival-Auftritt bereits am Freitag. Die drittplatzierten Altrocker von „Grey Attack“ aus Aachen gewannen einen Auftritt auf der Max-Bühne während der Kieler Woche.

Die Letzten werden die ersten sein – so könnte man den Auftritt der fünf Musiker von „Dystopolis“ zusammenfassen. Als letzte der acht Teilnehmer heizten sie dem Publikum nochmal so richtig ein. Dabei hatten sie ebenso wie ihre sieben Mitbewerber nur 15 Minuten Zeit, die Gunst des Publikums und der Jury bestehend aus Daniel Spinler (Veranstalter „Baltic Open Air“), Tanja und Carsten Arndt von der Rock-Pop-Academy, Stephan Heinrich von der Kieler Max-Bühne sowie Michael Sörensen von der „Musikschmiede Selk“ (Drummer von „Baltic Sea Child“) für sich zu gewinnen. Auch wenn das Publikum mit rund 500 Köpfen zahlenmäßig eindeutig in der Mehrheit war, erhielt es wie die vier Jurymitglieder nur eine Stimme – durften auf dem Wahlzettel jedoch zwei Favoriten nennen.

Die Bands gaben alles: Der bärtige Sänger der Heider Spaßrocker von „Burning Fuse“, die für „ImPuls“ aus Tuttlingen nachgerückt waren, deren Schlagzeuger sich den Arm gebrochen hatte, wagte einen Ausflug ins Publikum. Die sechs Musiker von „Immortal Sin“, darunter Sängerin Ann-Christin Lischer, verkündeten gar eine Weltpremiere: Erstmals spielten sie ihren neuen Song „Ich“ vor Publikum. Zudem hatten sie mit „Auf zur letzten Fahrt“ ein Wikingerlied im Gepäck – kein Wunder also, dass sie am Ende den zweiten Platz ergatterten. Und die vier Musiker von „Grey Attack“ zeigten, dass sie auch ergraut längst nicht zum alten Eisen gehören.

Besonders ins Zeug legte sich Andy Pooch, besser bekannt als „Maschine“. Zum einen trat er mit seiner Kieler Band „Das Beben“ beim Wettbewerb auf und präsentierte dabei seinen tätowierten Astralkörper. Zum anderen traf er auch als Moderator des Abends die richtigen – und wichtigen – Töne, als er mit Blick auf die jüngste Debatte um den Auftritt der umstrittenen Band „Frei.Wild“ auf dem „Baltic Open Air“ betonte: „Auch wenn das abgedroschen klingt, ich sage es trotzdem: Wir sind gegen jede Form von Fanatismus und Rassismus!“ Dem stimmte Sänger Andreas Müller der Siegerband „Dystopolis“ zu: „Wir sind gegen Rechts und Rassisten.“ Er ergänzte allerdings auch, dass er die Diskussion um „Frei.Wild“ nicht verfolgt habe: „Das ist nicht unsere Musik. Wir sind nicht in der Diskussion drin und beteiligen uns nicht daran.“ Sie freuten sich vielmehr, neben Kultbands wie „Uriah Heep“ und „Powerwolf“ auftreten zu dürfen – „das ist unsere Musik“.

Nach dem ersten Wettbewerb dieser Art zeigte sich Veranstalter Daniel Spinler rundum zufrieden: „Es war klasse. Die Leute haben anständig gewählt.“ Am Ende sei das Rennen zwischen den beiden erstplatzierten Bands ganz eng gewesen – auch die Jury hatte sich bei einer Entscheidung schwer getan und die Musiker unfreiwillig lange zappeln lassen.

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