Stadthafen Schleswig : Greenpeace auf PR-Tour

An Bord der „Beluga II“: Greenpeace-Koordinatorin Christina Klubert und die ehrenamtlichen Helfern Johannes Wriske, Tabea Asmus, Valeria Silence und Jenny Rätz.
An Bord der „Beluga II“: Greenpeace-Koordinatorin Christina Klubert und die ehrenamtlichen Helfern Johannes Wriske, Tabea Asmus, Valeria Silence und Jenny Rätz.

Umweltaktivisten stellen im Stadthafen ihre Kampagne zum Schutz der Antarktis vor – und präsentieren ihren Segler „Beluga II“.

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16. Juni 2018, 07:46 Uhr

Natürlich habe sie vom Plastik in der Schlei gehört, sagt Christina Klubert. „Das ist total traurig“, findet die Greenpeace-Mitarbeiterin. Und Kampagnen gegen Mikroplastik gehörten selbstverständlich zum Repertoire ihrer Umweltorganisation. Aber deswegen sind die 22-Jährige und ihre acht Mitstreiter mit dem Segelschiff „Beluga II“ nicht nach Schleswig gekommen. Sie haben für dreieinhalb Tage am Stadthafen festgemacht, um auf ein ganz anderes Problem hinzuweisen: die Bedrohung der Antarktis.

Seit vergangenem Wochenende befindet sich das 33 Meter lange Greenpeace-Schiff auf PR-Tour entlang der Ostseeküste. Noch bis Mitte Juli werden insgesamt zehn Städte in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern angelaufen, um Menschen für den Schutz des südlichen Polarmeeres zu sensibilisieren. Nachdem die „Beluga II“ bereits in Laboe und Kappeln Station gemacht hat, liegt sie nun noch bis Montagmorgen am Schleswiger Stadthafen. Sie ist das erste Mal hier zu Gast.

Dabei haben Interessierte nicht nur die Möglichkeit, sich über die Greenpeace-Aktion zu informieren, sondern sich auch das Schiff zeigen zu lassen. Heute und am morgigen Sonntag sind jeweils von 10 bis 13 Uhr und von 14 bis 19 Uhr Führungen möglich.

Zu den ersten Neugierigen zählte gestern Mittag die Schleswigerin Traute Christiansen. „Ich finde die Aktion gut – und überhaupt das, was Greenpeace leistet“, sagte die Rentnerin, die das „Open Board“-Angebot spontan nutzte.

Den Laderaum des Zweimasters, wo sonst ein ganzer Container zum Beispiel mit einem Labor oder einem Kommunikationszentrum deponiert werden kann, haben die Umweltaktivisten zu einem kleinen Kinosaal umfunktioniert. So sehen die Besucher in einem neunminütigen Film mit beeindruckenden Aufnahmen, wie sich Schauspieler Javier Bardem vor Ort für das südliche Eismeer stark macht.

Als sogenannte Koordinatorin fährt Christina Klubert seit Januar auf der „Beluga II“. Stolz erzählt die aus Aachen stammende Biologie-Studentin, welche Aktionen in der Vergangenheit von dem Schiff aus bereits gestartet worden seien. Etwa als man 2008 oder 2011 vorm Sylter Außenriff tonnenweise Steine in die Nordsee gekippt habe, um dort die Schleppnetzfischerei zu unterbinden. Mit an Bord sind zudem neben Kapitän, Steuermann und Schiffsjunge fünf ehrenamtliche Greenpeace-Aktivisten aus ganz Deutschland. In Schleswig, das ist ihnen klar, geht es nicht nur um die Antarktis, sondern eben auch um Plastik. „Wir haben gemerkt, dass die Leute hier supersensibel auf das Thema Plastik reagieren“, sagt Christina Klubert. Am Info-Stand gibt es auch einen Flyer, der über Plastikmüll in den Meeren informiert. „Wir von Greenpeace versuchen, global etwas zu verändern.“ Für das Plastikproblem vor Ort seien die lokalen Naturschutzverbände aber die geeigneteren Ansprechpartner.

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