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Schleswig : Gottorfer Landmarkt in neuen Händen

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen gewinnt Ausschreibung. Bisheriger Organisator Michael Reinhardt sucht anderen Veranstaltungsort.

Im Streit um die Zukunft des Gottorfer Landmarktes ist eine Entscheidung gefallen. Norddeutschlands größter Biomarkt wird am 17. Mai erstmals in seiner 15-jährigen Geschichte von der Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen ausgerichtet. Die Stiftung, die bislang immer nur die Schlossinsel als Veranstaltungsort zur Verfügung gestellt hatte, setzte sich in dem beschränkten Ausschreibungsverfahren des Kreises gegen drei Mitbewerber durch, wie Thorsten Roos, Leiter des zuständigen Fachbereichs 3, gestern im Regionalentwicklungsausschuss verkündete. Damit ist der Flensburger Michael Reinhardt mit seiner Agentur „Concept Bio Cultur“ aus dem Rennen. Er hatte sich Ende vergangenen Jahres mit dem Kreis als Träger der Traditionsveranstaltung überworfen (wir berichteten), gleichwohl aber trotz der Differenzen um die Finanzierung ein Angebot abgegeben. Man habe sich für das finanziell günstigste Angebot entschieden, sagte Roos nun.

Ein Argument, dem Reinhardt nicht folgen kann. Er wundert sich nach eigener Aussage über die Modalitäten des Ausschreibungsverfahrens und vermutet, dass man ihn „einfach nur loswerden“ wollte. Reinhardt hatte den Gottorfer Landmarkt im Jahr 2000 gemeinsam mit dem Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlag (sh:z), der Fielmann AG und der Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen ins Leben gerufen. Für dieses Jahr wollte Reinhardt mit Schloss Gottorf über eine Reduzierung der Miete von bisher 15  000 Euro verhandeln.

Von seinen Plänen, zeitgleich zum Gottorfer Landmarkt eine Parallelveranstaltung in Flensburg zu veranstalten, ist Reinhardt inzwischen abgerückt. „Flensburg kommt definitiv nicht in Frage“, sagte er ohne nähere Begründung.

Tatsächlich hatte Reinhardt vorsorglich bereits vor Weihnachten wegen einer Veranstaltungsfläche für eben jenen 17. Mai angefragt, bestätigte Flensburgs Stadtsprecher Thomas Kuchel. Da die Exe ausgebucht gewesen sei, habe man ihm die Hafenspitze für die Ausrichtung eines Biomarktes angeboten. Einen offiziellen Antrag habe Reinhardt allerdings nicht eingereicht, so Kuchel weiter. Zwar hätte man Reinhardt die Fläche aus rechtlichen Gründen nicht verwehren können. Glücklich war man im Flensburger Rathaus über die Anfrage des Eventmanagers jedoch nicht. Schließlich wollte man nicht in Konkurrenz zum Gottorfer Landmarkt treten. Das hätte das derzeit ohnehin angespannte Verhältnis zwischen Fördestadt und Kreis weiter belastet. Diese Problematik ist auch in Gesprächen zwischen Flensburgs Oberbürgermeister Simon Faber und Landrat Wolfgang Buschmann thematisiert worden. „Die Potenziale, die wir in der Region für solche Märkte haben, sind endlich“, betonte Buschmann gegenüber unserer Zeitung.

„Wir hatten uns eigentlich nur aus Sicherheitsgründen beworben, damit es dieses Jahr auf jeden Fall wieder einen Landmarkt gibt“, sagte Guido Wendt, Kaufmännischer Geschäftsführer auf Schloss Gottorf. Die Stiftung werde bei der Ausrichtung des Marktes mit der Eventagentur „Walter System“ aus Marne (Dithmarschen) zusammenarbeiten, die unter anderem den Kanal-Cup und den Schleswig-Holstein-Tag organisiert. Man werde den Gottorfer Landmarkt nach dem erfolgreichen Vorbild auf die Beine stellen, versprach Wendt. Und dazu gehöre auch die Verbindung mit dem Internationalen Museumstag. Die Landmarkt-Besucher könnten wie gewohnt die Ausstellungen im Schloss besuchen.

Die Finanzierung des Gottorfer Landmarktes ist derweil noch mit einigen Fragezeichen behaftet. Angewiesen sind die Organisatoren auf staatliche Zuschüsse, die in diesem Jahr bei 35 Prozent, also etwa 35  000 Euro, liegen dürften. Allerdings ist die entsprechende Förderrichtlinie noch immer nicht veröffentlicht worden. Dass die zuständige Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung in Bonn dem etablierten Markt auf der Schlossinsel die Gelder verwehren könnte, gilt indes als unwahrscheinlich, zumal der schleswig-holsteinische Landwirtschaftsminister Schirmherr der Veranstaltung ist.

Auch wenn es in der näheren Umgebung keine parallel stattfindenden Ökomärkte geben wird, hält Reinhardt an seinem Ziel fest, gemeinsam mit den Anbauverbänden eine Veranstaltung irgendwo in Schleswig-Holstein zu organisieren. „Und wenn es hier nicht klappt, dann eben in einem anderen Bundesland.“ Ob es am 17. Mai sein werde, dazu könne er noch nichts sagen.

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erstellt am 20.Feb.2015 | 14:50 Uhr

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