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„Masterplan 2025“ : Gottorf wirbt für seine „Neue Mitte“

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Die Landesmuseen eröffnen auf der Schlossinsel eine Infobox zum geplanten Umbau.

von
erstellt am 14.Jul.2017 | 06:50 Uhr

Die öffentliche Kritik ist inzwischen zwar weitestgehend verstummt. Dennoch geht die Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen jetzt noch einmal in die Offensive, um ihren „Masterplan 2025“ für Gottorf der Öffentlichkeit ein Stückchen näher zu bringen. Genau aus diesem Grund wurde an der östlichen Seite des Schlosses eine eigens dafür eingerichtete Infobox eröffnet. „Wir lösen damit ein Versprechen ein, das wir im November letzten Jahres gegeben haben“, sagt Claus von Carnap-Bornheim, der leitende Direktor der Stiftung.

Denn damals hatte man auf Gottorf die Nachricht erhalten, dass der Haushaltsausschuss des Bundestags satte 15,6 Millionen Euro für die Modernisierung und Erweiterung des Schlosses billigt. Das Land steuert die zweite Hälfte zum 31,2-Millionen-Euro-Projekt bei, das eine Neugestaltung der Ausstellungsräume und der Außenanlagen vorsieht. Dazu gehört insbesondere aber auch ein gläserner Erweiterungsbau, der unter anderem als neuer Eingang für das Museum dienen soll – und dessen erste Entwürfe zunächst reichlich Kritik hervorriefen. Zu modern, so hieß es vielfach, seien die Pläne des Büros Holzer Kobler (Zürich/Berlin). Dank zahlreicher Informationsveranstaltungen, vieler persönlicher Gespräche und überarbeiteter Entwürfe haben sich die Wogen jedoch längst geglättet. Inzwischen gibt es deutlich mehr Befürworter der Pläne als Gegner. Dass sich dieser Trend weiter fortsetzt, dafür soll nun die Infobox sorgen.

Viele Fähnchen, die an den Laternenpfählen auf der Schlossinsel befestigt und mit Sprüchen wie „Kultur braucht Modernisierung“ bedruckt wurden, weisen zu dem bunten Container, der in etwa dort steht, wo man künftig den gläsernen Neubau finden soll: in der „Neuen Mitte“. So steht es dort in großen Buchstaben geschrieben. Und zwar aus gutem Grund, wie Carnap-Bornheim betont. „Denn diese Stelle ist, so haben wir gemessen, tatsächlich die geographische Mitte der Schlossinsel. Das jedoch fällt bislang niemandem auf, denn zurzeit findet man hier nur einen Parkplatz – und das ist ein Trauerspiel“, sagt er.

In Zukunft aber soll dort der Eingang zu einem völlig neu gestalteten Landesmuseum sein, die „Neue Mitte“ eben. „Das ist ein zentraler Punkt des ,Masterplans‘, weil man von hier aus alle anderen Gebäude auf der Schlossinsel sehr gut erreichen kann“, sagt Guido Wendt, kaufmännischer Geschäftsführer der Stiftung. Und Ralf Bleile, Leiter des Archäologischen Landesmuseums und Projektmanager des Umbaus, ergänzt: „Mit dem Erweiterungsbau gelingt es uns endlich, dass das Museum aus dem Schloss herauswächst.“

Was genau hinter den Plänen steckt und wie der aktuelle Stand der Dinge ist, erfahren Interessierte nun direkt vor Ort auf großen Schautafeln in der Infobox – kostenlos und stetig aktualisiert, wie Bleile betont. Auch ein Modell im Maßstab 1:500 findet man dort. Und in etwa vier Wochen wird es zudem ein Video geben, auf dem die Besucher mitgenommen werden auf einen virtuellen Rundgang durch das umgebaute Schloss. „Ich hoffe, dieses Angebot werden viele Schleswiger, aber auch Touristen in Anspruch nehmen“, sagt Bleile, der aus zahlreichen Gesprächen mit Gegnern der Pläne weiß, „dass das Verständnis wächst, je mehr man erklärt“. Inzwischen sei schon viel Eis geschmolzen, man sei auf einem guten Weg.

Das betont auch Bürgermeister Arthur Christiansen, der – wie auch große Teile der Schleswiger Politik – von Anfang an hinter der Erneuerungsplänen gestanden hatte. „Gottorf und der Dom sind nicht das Tafelsilber der Stadt, sondern unser Tafelgold. Ich bin überzeugt, dass der ,Masterplan‘ der richtige Weg ist, um das Schloss für die Zukunft zu rüsten“, sagt er.

Wann die ambitionierten Umbauarbeiten losgehen oder gar beendet sind, steht allerdings noch nicht fest. „Es gibt eine Menge zu planen, ehe es losgehen kann“, betont Bleile. Man wolle den Umbau während des laufenden Betriebes realisieren und für die bereitstehenden Mittel „so viel bekommen wie möglich“. Deswegen müsse man genau hinsehen, wann was möglich ist. Aber man werde die Öffentlichkeit informieren, wenn es soweit ist. Auch über die Infobox, versteht sich.

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