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Kunst am Lollfuss : Götter-Skulpturen für die „Wikingerstadt Schleswig“

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Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Schleswig will sein Image als „Wikingerstadt“ aufbauen. Vor der Lollfußtreppe wurden dafür zwei riesige Holz-Skulpturen aufgestellt.

shz.de von
erstellt am 26.Okt.2015 | 11:47 Uhr

Der Lollfuß, das 7. Quartier, hat das Motto der „Wikingerstadt Schleswig“ im Stadtbild sichtbar gemacht – und repräsentiert als erster Stadtteil das Thema Wikinger und deren Mythen. Tonnenschwer und nahezu drei Meter hoch ragen im Lollfuß seit dem Wochenende die beiden hölzernen Skulpturen der nordischen Götter „Freyja“ und „Tyr“. Hergestellt – und zwar in Handarbeit vor Ort – wurden sie von Armin Lohmann, Motorsägenkünstler aus Luhnstedt. Etwa eine Woche sägte der Holzbildhauer an den beiden massiven Lindenholz-Stämmen. Sie wurden gespendet. Die Skulpturen sind auf einem Beton-Sockel befestigt und bewachen fortan den Zugang der Lollfußtreppe.

Freyja ist in der nordischen Mythologie die Göttin der Liebe und Ehe. Tyr ist für den Kampf zuständig.

Gemeinsam mit vielen Anwohnern hatte die Interessengemeinschaft „Pro Lollfuß“ das Konzept zur Errichtung eines „Mythenpfades“ auf die Beine gestellt, das innerhalb von sechs Wochen in die Tat umgesetzt wurde und zur Verschönerung des Lollfußes beiträgt. Wenn es nach der Interessengemeinschaft geht, sollen noch weitere Skulpturen im Stadtteil folgen.

Mehr als 100 Zuschauer waren am Sonnabend bei der Einweihung des Mythenpfades dabei – darunter zahlreiche Bewohner und Nachbarn des Lollfußes, Vertreter der Stadt und der Interessengemeinschaft sowie ebenfalls Sponsoren. Mitglieder der Wikingergruppe „Jylland Folk“ aus Jübek erschienen in kunstvoll verzierten Gewändern und verliehen so der Veranstaltung ein wikingerzeitliches Flair. Der kunterbunte Trubel am Fuß der Lollfußtreppe irritierte so manchen Autofahrer, die kurzerhand einen Stop einlegten.

Matthias Vollbehr, Vorsitzender der Interessengemeinschaft „Pro Lollfuß“, und sein Stellvertreter Stephan Lange lobten das Miteinander der Bürger in der Interessengemeinschaft, die unkomplizierte Kooperation mit der Stadtverwaltung sowie die Handwerkskunst des Künstlers. „Das unkomplizierte Miteinander ist ein Musterbeispiel, wie ein Quartier funktionieren kann“, sagte Vollbehr.

Von der Idee bis zur Ausführung habe es nur sechs Wochen gedauert, was unterstreiche, dass alle im Lollfuß an einem Strang ziehen. Ein weiterer Dank ging an Erika Scheel, Inhaberin des Modegeschäftes, die im Zuge ihres 50-jährigen Betriebsjubiläums einen Beitrag von 1000 Euro spendete.

Einhellig wurde auch die künstlerische Gestaltung der neun Stromkästen im Lollfuß begrüßt, die ebenso mit Motiven der nordischen Mythologie verziert sind und eine eigene Geschichte darstellt.

Das Lollfußer Projekt gilt in Schleswig als bislang einmalig. „Die Wikingerstadt erlebt man eigentlich nur bei uns im Lollfuß. Und das ist erst der Anfang. Wir werden uns in diese Richtung noch weiter entwickeln“, sagte Vollbehr.

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