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Glückwünsche zum Integrationspreis für den VfR und die St.-Jürgen-Schule

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erstellt am 28.Mai.2013 | 03:59 Uhr

schleswig | Dass Innenminister Andreas Breitner gestern etwas auf sich warten ließ, störte die zehn Erst- und Zweitklässler des Integrationskurses "Schule und Verein" an der St.-Jürgen-Schule überhaupt nicht. So blieb ihnen mehr Zeit zum Fußballspielen. Unter der Leitung von Dirk Thomsen vom VfR Schleswig kickten die acht Jungen und zwei Mädchen in der Sporthalle fünf gegen fünf auf kleine Torkästen. Als der Minister zusammen mit Volker Schmidt und José Uhrich vom VfR Schleswig, Dr. Tim Cassel und Hans-Ludwig Meyer vom Schleswig-Holsteinischen Fußballverband (SHFV) sowie Volker Schleehahn (Kreisfußballverband) eintraf, stand es 3:1. Anlass des hohen Besuches war der mit 5000 Euro dotierte dritte Preis beim Integrationspreis 2012, den der VfR Schleswig für das Projekt erhalten hatte.

Seit sieben Jahren bietet Dirk Thomsen diesen Kurs einmal wöchentlich an. Bevor der Kurs vor einem Jahr in die offene Ganztagsschule integriert wurde, leitete er das Angebot bereits ehrenamtlich. Es sprach sich schnell herum, dass Sprachkenntnisse hier nicht wichtig waren. "Antonia ist jetzt anderthalb Jahre auf der Schule. Als sie kam, konnte sie kein Deutsch. Dass sie das mittlerweile kann, hören wir, denn sie ist sehr sprachlaut", schmunzelte Dirk Thomsen über einen seiner Schützlinge. Antonia ist ein Beispiel für den wachsenden Zuspruch von Mädchen, "den wir nach der Frauen-WM erhalten haben", freute sich Schulleiterin Gabi Roder. Gerade sie würden am meisten profitieren: "Sie bekommen mehr Selbstbewusstsein und sehen, dass sie etwas schaffen können. Das überträgt sich auf die Schule", erklärte sie im Gespräch mit dem Minister. Zudem würden den Kindern soziale Kompetenz wie Fairplay, Rücksichtnahme und Teamgeist vermittelt. "Dabei sind von den 24 Kindern der Mannschaft der Dritt- und Viertklässler 19 mit Migrationshintergrund", sagte Thomsen. Dieser reiche von Bulgarien über Syrien bis nach Kasachstan und Thailand. "Es ist alles vertreten."

"Das ist eine schöne Sache, machen Sie weiter so", war Andreas Breitners Urteil. Sport sei ein geeigneter Förderer von Integration, denn so könne man anderen Kulturen näher kommen, Deutsch lernen und Freundschaften schließen, schloss er, bevor er als Geschenk einen Sack voller Fußbälle überreichte. "Sie denken an die nächste Generation, dafür möchte ich Ihnen sehr herzlich danken", richtete sich Hans-Ludwig Meyer an Dirk Thomsen. "Wenn man mich lässt", erwiderte dieser. Doch für das nächste Schuljahr wurde der Vertrag bereits verlängert.

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