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Schleswiger Nachrichten

18. Oktober 2017 | 17:24 Uhr

Schnarup-Thumby : Glockengeläut auf Knopfdruck

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Arbeitserleichterung für Küsterin Meri Sönnichsen: In der Gemeinde ruft bundesweit die erste Kirche per Fernbedienung zum Gottesdienst

In den letzten Tagen waren einige Bürger von Schnarup-Thumby irritiert. Zusätzlich zum Vater-Unser-Läuten, das um 7, 12 und 17 Uhr dem Tag im Dorf Struktur gibt, läutete es zusätzlich zu ungewöhnlichen Zeiten. Grund war der Einbau einer neuen Glockensteuerung, die der Kirchengemeinde Thumby-Struxdorf als Referenzanlage kostenlos zur Verfügung gestellt wurde.

„Natürlich mussten wir alle Programme einmal ausprobieren“, erklärte Dieter Lührssen, zuständig für die Inbetriebnahme der Anlage. Es gebe zum Beispiel das volle Geläut, mit dem zum Gottesdienst gerufen werde. Eine weitere Funktion sei das Schlagwerk, das beim täglichen Vater-Unser-Läuten automatisch sieben plus drei Schläge abgebe. Alternativ könne es beim Gottesdienst oder bei Beerdigungen auch einzeln von Hand betätigt werden. Nur auf die Probe eines Sterbeläutens, das aus dem mehrmaligen dreiminütigen Läuten einer Glocke mit gleichlanger Pause besteht, verzichtete man aus Pietätsgründen.

„Alle Funktionen können zeitlich programmiert oder durch eine Fernsteuerung angestoßen werden“, erläuterte Steen Spaten, Eigentümer der Firma Diaprint Automatik, die die Bellmatic-Steuerung entwickelt hat und sie baut. Fast 500 Mal ist die Steuerung bereits in Dänemark und anderen Kirchen Skandinaviens eingebaut worden. Der deutsche Markt soll nun von Schnarup-Thumby aus erobert werden. Denn es ist die erste Kirchensteuerung dieser Art in ganz Deutschland. Flagge gezeigt hat das Unternehmen aber schon in Dessau. Dort steuert eine Anlage das Glockenspiel des Rathauses mit 43 Glocken. Die Besonderheit dort ist die universelle Ansteuerung, die sowohl mit abgespeicherten Dateien auf dem Computer als auch mit einem Keyboard erfolgen kann.

Pastor Christoph Tischmeyer ist über das Geschenk sehr erfreut. „Unsere alte Anlage war über 50 Jahre alt und musste an vielen Stellen von Hand gesteuert werden“, verriet er. Auch das Wartungskonzept sei jetzt einfacher und preiswerter geworden. Am meisten freut sich Küsterin Meri Sönnichsen – denn ihre Arbeit wird in Zukunft deutlich leichter.

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