zur Navigation springen
Schleswiger Nachrichten

14. Dezember 2017 | 03:47 Uhr

Schleswig : Gewoba kauft Kreiswehrersatzamt

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Baugenossenschaft plant Wohnungen und gewerbliche Nutzung im Gebäude an der Moltkestraße – zur Freude des Bürgermeisters.

von
erstellt am 06.Mai.2014 | 07:48 Uhr

Über Jahrzehnte wurden junge Männer im Kreiswehrersatzamt an der Moltkestraße auf ihre Tauglichkeit für den Militärdienst geprüft. Dann wurde die Wehrpflicht abgeschafft. Und nachdem im vergangenen Dezember die Mitarbeiter des Bundeswehr-Karriere-Centers in ihr neues Büro im Schwarzen Weg umgezogen sind, stand das dreigeschossige Gebäude komplett leer. Jetzt hat die Wohnungsbaugenossenschaft Gewoba Nord die Immobilie vom Bund gekauft. Sehr zur Freude von Bürgermeister Arthur Christiansen: „Es ist ein Glücksfall, dass die Gewoba die Einrichtung erwirbt und mit Leben erfüllt“, sagte er gestern bei einem Treffen vor Ort. Sie trage damit den Gedanken der Urbanisierung mit. Schließlich drängten die Menschen immer stärker in die Städte.

Konkrete Pläne kann Gewoba-Vorstandsmitglied Dietmar Jonscher aber noch nicht vorlegen. Es gelte zunächst, sich klarzumachen, welche Zielgruppe man ansprechen wolle und dann ein Konzept zu erstellen. Gewisse Vorstellungen von der Nutzung des ehemaligen Kreiswehrersatzamtes in unmittelbarer Nachbarschaft zu seiner Verwaltungszentrale hat Jonscher aber natürlich schon. So biete der gelbe Backsteinbau mit seiner Nähe zur Innenstadt eine attraktive Lage für Wohnungen. Und: „Wir planen, alle unsere Tochtergesellschaften hier unter einem Dach zusammenzufassen“, sagte Jonscher. Davon seien 20 Personen betroffen. „Die füllen allerdings nur einen halben Flur.“ Das Anfang des 20. Jahrhunderts entstandene Gebäude mit seinen hohen Decken hat eine Nutzfläche von fast 3600 Quadratmetern. Auch hoffen der Gewoba-Chef und der Bürgermeister, dass sich dort Gewerbetreibende niederlassen. „Jeder Arbeitsplatz zählt. Kleinvieh macht auch Mist“, sagte Christiansen.

Zum Kaufpreis schweigt sich Jonscher aus. Dass sich die Vertragsgespräche auf drei Telefonate mit der zuständigen Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) beschränkten, deutet darauf hin, dass es keine weiteren Interessenten für das Kreiswehrersatzamt gab. „So kurze Verhandlungen habe ich noch nie geführt“, meinte Jonscher.

Der Umbau sowie eventuell ein zusätzlicher Neubau auf dem Gelände würden erst im nächsten Jahr erfolgen, kündigte der Genossenschafts-Chef an. Zunächst müsse der Bebauungsplan geändert werden, da eine Wohnnutzung bislang nicht zulässig sei. Unter Denkmalschutz stehe das Gebäude zwar nicht, die Fassade solle aber auf jeden Fall erhalten bleiben, so Jonscher weiter. Das Mauerwerk sei in einwandfreiem Zustand.

Die Gewoba breitet sich mit dem Kauf des Kreiswehrersatzamtes entlang der Moltkestraße immer weiter aus. Und wenn in zwei Jahren das bisherige Krankenhaus leer steht, will die Wohnungsbaugenossenschaft nach Möglichkeit abermals zuschlagen. Jonscher gesteht mit einem Lachen: „Ja, ich träume von Gewoba Hill.“

zur Startseite
Karte

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen