Schleswig und Winningmay : Gesundheitsamt hebt Badeverbot auf

Ab sofort können Badegäste sich hier wieder bedenkenlos in die Schlei-Fluten stürzen.
Ab sofort können Badegäste sich hier wieder bedenkenlos in die Schlei-Fluten stürzen.

Keine Beanstandung bei Wasserqualität in der Schlei: Das Schleswiger Kreisgesundheitsamt hat die bislang gesperrten Strände am Netzetrockenplatz und in Winningmay wieder freigegeben.

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10. Juli 2015, 12:00 Uhr

Schwimmer suchte man gestern vergebens an der Badestelle am Netzetrockeplatz. Hätte sich aber jemand trotz Regens und heftiger Windböen dort in die Schlei getraut, hätte er das ganz ohne schlechtes Gewissen und ohne Sorgen um die eigene Gesundheit machen können. Zumindest wenn man dem Kreisgesundheitsamt glaubt. Das nämlich hat das erstmals im vergangenen Jahr auferlegte Badeverbot an Schleswigs ältestem Stadtstrand mit sofortiger Wirkung aufgehoben. Das gleiche gilt für die bislang ebenfalls gesperrte Badestellen an der Mündung der Füsinger Au bei Winningmay und an der Großen Breite in Götheby (Kreis Rendsburg-Eckernförde).

Im Zuge einer zusammenfassenden Bewertung der Wasserqualität über einen Zeitraum von vier Jahren (2011 bis 2014) waren die Badestellen mit „mangelhaft“ vom Gesundheitsministerium in Kiel bewertet worden. Nur vier von landesweit 315 Badegewässern erhielten diese schlechte Note – mit der Folge, dass sie für die laufenden Saison gesperrt wurden. Mehrere überschrittene Grenzwerte waren der Grund dafür. Hauptverantwortlich dafür waren wiederum insbesondere das Regenrückhaltebecken auf den Königswiesen sowie das Einleiten von Nitrat und Phosphor, die durch landwirtschaftliche Düngemittel über die Füsinger Au in die Schlei eingeleitet werden. Diese beiden Problemfälle jedoch hat man in den vergangenen beiden Jahren versucht, in den Griff zu bekommen. Offenbar mit Erfolg.

Insbesondere mit dem Ankauf von Uferrandstreifen entlang der Füsinger Au hofft das Kreisgesundheitsamt nun auf eine dauerhafte Verbesserung der Wasserqualität in der inneren Schlei. „Wir haben seit Ende letzten Jahres bereits fünf Flächen aus der landwirtschaftlichen Nutzung herausgenommen. Weitere sollen folgen“, sagt Jochen Mohr-Kriegshammer, beim Kreisgesundheitsamt unter anderem für die Gewässer zuständig. Finanziert werde das Projekt mit Ausgleichsmitteln aus der Windenergie. Gleichzeitig werde das Regenrückhaltebecken auf den Königswiesen nun jährlich von den Stadtwerken entschlammt. Hinzu komme die Sanierung von Abwasserkanälen. „Das alles sind natürlich nur Puzzleteile. Aber sie zeigen bereits Erfolg und wir arbeiten weiter daran, die Wasserqualität zu verbessern“, so Mohr-Kriegshammer. Deshalb würden nun pro Saison acht statt bislang nur fünf Proben pro Badestelle entnommen.

Vor diesem Hintergrund wurden im Mai in Abstimmung mit dem Amt Südangeln und der Stadt Schleswig Anträge zur Einstufungsänderung der Badegewässerqualität beim Gesundheitsmisterium gestellt. Dessen Experten gaben schließlich grünes Licht. Die aktuellen Überwachungen bescheinigen allen drei Badestellen eine „hervorragende Badewasserqualität“.

Eine Nachricht, die auch Landrat Wolfgang Buschmann aufatmen lässt. Denn: „Die Konkurrenzfähigkeit der Schleiregion gegenüber anderen Tourismusregionen muss auf jeden Fall erhalten bleiben.“ Auch Schleswigs Bürgermeister Arthur Christiansen freut sich über das Ende des Badeverbotes: Schließlich komme dem Netzetrockenplatz als erster Badestelle in Schleswig eine besondere Bedeutung zu.

Parallel zur Freigabe des Netzetrockenplatzes wird zurzeit auch der Weg dorthin erneuert. Die Arbeiten sollen bereits in der nächsten Woche fertig gestellt sein, so Rathaussprecherin Antje Wendt. Für den etwa drei Meter breiten Pflasterweg zwischen dem St.-Johannis-Kloster und dem Netzetrockenplatz sowie dessen Anbindung an den neuen Schleiuferweg investiere die Stadt 50  500 Euro. Der Weg werde hauptsächlich mit Blick auf die Pächter und Nutzer des Netzetrockenplatzes, etwa die Holmer Fischer und die Altstädter St. Knudsgilde, mit einem Pflaster versehen, damit auch Transporte dorthin stattfinden können.

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