nach Schwimmbad-Unfall : Gesuchter Springer meldet sich

Bei einem Sprung von diesem Ein-Meter-Brett passierte der Unfall.
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Bei einem Sprung von diesem Ein-Meter-Brett passierte der Unfall.

19-Jähriger geht freiwillig zur Polizei – Mädchen (12) aus Kieler Uniklinik entlassen.

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28. November 2013, 07:47 Uhr

Es könnte Reue gewesen sein oder auch der öffentliche Druck. Vielleicht war am Ende aber auch eine Kombination aus beidem dafür ausschlaggebend, dass sich ein 19-Jähriger am späten Dienstagabend gegen 23 Uhr bei der Polizeiwache in der Friedrich-Ebert-Straße vorstellte und sich als den gesuchten Jugendlichen zu erkennen gab, der am vergangenen Sonnabend in der Schleswiger Schwimmhalle ein zwölfjähriges Mädchen bei einem Sprung vom Ein-Meter-Brett schwer verletzt haben soll (wir berichteten). Das erklärte gestern ein Sprecher der Polizeidirektion Flensburg auf Nachfrage der SN.

Der junge Mann hatte nach dem folgenschweren Zusammenprall die Halle verlassen, ohne Personalien zu hinterlassen. Nachdem das Mädchen jedoch so schwer verletzt schien, dass es in die Neurochirurgie der Kieler Uniklinik verlegt werden musste, suchte die Polizei am Dienstag öffentlich nach dem mutmaßlichen Verursacher des Unfalls.

Dass sich der 19-Jährige nur wenige Stunden nach dieser Veröffentlichung bei der Polizei meldete, könnte, so der Sprecher, auch an der Verbreitung des Zeugenaufrufes im Internet liegen. Sowohl auf der Facebook- als auch auf der Internetseite der Schleswiger Nachrichten hatten die Berichte über den Unfall ein großes Echo ausgelöst. Insbesondere, weil es laut Meldung der Polizei zunächst hieß, dass der junge Mann trotz Warnungen ins Wasser gesprungen war und dabei das Mädchen voll getroffen hatte.

Laut Informationen der SN soll das Mädchen jedoch versucht haben, das Becken unterhalb der Sprungbretter quer zu durchtauchen. Der junge Mann habe sie dabei nicht gesehen und sei dann gesprungen. Dabei habe er die Zwölfjährige aber lediglich an einem Arm getroffen.

Gestern konnte das Mädchen das Krankenhaus wieder verlassen. Die Lähmungserscheinungen in den Armen hätten nachgelassen, erklärte der Sprecher der Polizei. „Vielleicht war es am Ende eine Verkettung unglücklicher Umstände. Das wird man sehen“, sagte gestern Wolfgang Schoofs, Geschäftsführer der Schleswiger Stadtwerke, die das Schwimmbad betreiben. Seine Mitarbeiter, die bei dem Unfall vor Ort waren, hätten richtig und umsichtig gehandelt. „Es waren ausgebildete Schwimmwärter vor Ort, die sich sofort um das Mädchen gekümmert haben.“ Die Badeaufsicht habe das gesamte Becken ständig unter Beobachtung. Springer und Schwimmer seien aber auch in der Pflicht, aufeinander zu achten.

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