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Schleswig : Gesprächsreihe: „Wie wollen wir sterben?“

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Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Die Domgemeinde lädt zu vier Gesprächsabenden rund um das Thema Tod ein. Auch die Beihilfe zum Suizid steht dabei im Fokus.

Wohl kaum ein Thema wird zurzeit öffentlich kontroverser diskutiert als die Sterbehilfe. Genau damit befasst sich nun auch der erste von vier Gesprächsabenden, zu denen die Domgemeinde zwischen dem nächsten Mittwoch, 29. Oktober, und dem 19. November einlädt. Motto der Reihe: „Wie wollen wir sterben?“

Dass die aktuelle Diskussion allerdings genau jetzt so sehr an Fahrt gewinnt, ist laut Dompastor Michael Dübbers eher Zufall. „Wir haben schon im Frühjahr das Konzept für die Reihe erarbeitet.“ Wir, das sind neben Dübbers auch sein Pastoren-Kollege Joachim Thieme-Hachmann, die Domschul-Religionslehrerin Susanne Tempel und Peter Godzik. Der ehemalige Dompastor und spätere Ratzeburger Propst ist einer der Wegbereiter der Hospizbewegung in der evangelischen Kirche Deutschlands und somit ein ausgewiesener Experte, wenn es um das Thema Sterben geht. Umso interessierter verfolgt er die zurzeit geführte öffentliche Diskussion. „Das ist äußerst spannend, weil es eine sehr komplexe Materie ist“, sagt er.

Zum Hintergrund: Aktive Sterbehilfe ist in Deutschland verboten, die Beihilfe zur Selbsttötung jedoch nicht. Im Herbst 2015 soll der Bundestag nun über ein Verbot oder zumindest eine Regulierung der Beihilfe zum Suizid abstimmen – und zwar ohne Fraktionszwang. Dafür werden zurzeit, im Gegensatz zu einem sonst üblichen Gesetzentwurf der Bundesregierung, von fünf Gruppen verschiedene Konzepte erarbeitet. Einige davon ziehen Haftstrafen in Betracht, andere fordern ein Beibehalten der geltenden Regelung.

„Auch wir als Kirche müssen uns zu diesem Thema positionieren. Aber in erster Linie wollen wir den Schleswigern ein Forum bieten und eine offene Diskussion mit ihnen führen“, sagt Dübbers. Neben der Sterbehilfe soll es bei den folgenden drei Terminen der Reihe (siehe Infokasten) aber auch darum gehen, den Tod medizinisch wie theologisch näher in den Blick zu nehmen und sich über Vorstellungen auszutauschen, was danach kommt.

„Aus ärztlicher Sicht bedeutet der Tod das Zusammenkrachen der körperlichen Funktionen. Theologisch gesehen ist er hingegen eine Art Geburt. Die Seele geht einen neuen Weg“, sagt Peter Godzik und fügt an: „Manchmal gibt es dabei aber auch Umstände, Gott einen Schritt entgegen zu kommen.“

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erstellt am 22.Okt.2014 | 07:02 Uhr

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