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Jan Weiler in Schleswig : Geschichten vom „Pubertier“

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Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Erfolgsautor Jan Weiler las in der „Heimat“ – und erntete dabei viel Zustimmung von anderen geplagten Eltern.

Knapp 200 Gäste waren am Dienstagabend in die Heimat gekommen, um in die Welt des „Pubertiers“ einzutauchen. Darunter auch einige sogenannte „Tee-Nager“: Jene Objekte, die Bestseller-Autor Jan Weiler zahlreiche Geschichten für seine „Forschungsarbeit“ lieferten. Viele davon hat er in der eigenen Familie erlebt – und gab sie nun vor dem begeisterten Schleswiger Publikum zum Besten. Jan Weiler: „Doch, ja. Ich bin schon gerne Vater. Aber früher war das irgendwie ganz anders.“

Das rund zweistündige Bühnenprogramm von Weiler fühlte sich insgesamt an wie ein Treffen unter Eltern von Jugendlichen, die alle im selben Boot sitzen. Sie konnten sich stumm ansehen und sich gegenseitig kopfnickend Verständnis entgegenbringen. Erkannten sie sich oder ihre Kinder doch offensichtlich in den Darstellungen Weilers wieder. Das bezeugten sie schließlich auch durch kräftigen Applaus und viel Gelächter.

Als Vater zweier „Pubertiere“ (so heißt sein aktueller Erfolgsroman) im Alter von 13 und 16 Jahren fühle er sich gemobbt von seinen Kindern, die früher doch noch so niedlich waren. Dabei stellte er jedoch wesentliche Unterschiede fest: „Das weibliche Pubertier ist entschieden kommunikativer und schimpft, feiert, chattet. Ganz anders bei dem männlichen Pubertier: Es zockt, schweigt, altert – und stinkt.“

Überhaupt spielten Sinneseindrücke eine große Rolle an diesem Abend. Egal ob es sich um Reptilien-Terrarium ähnliche Zustände im Zimmer seines Sohnes Nick handelte, den man dort umwölkt von einer Smogglocke antreffen könne („Man könnte meinen, mein Sohn käst“), oder um seine beharrlichen aber erfolglosen Bemühungen, bei seiner Tochter Carla leere Flaschen aus dem Zimmer zu räumen: Fazit: Offenbar verfügten diese Wesen über Geräuschfilter. Als Notfall-Helfer bei Referaten, in der Rolle des willigen Sklaven oder aber als Call-Center-Agent im Dienste seiner Kinder – überall deckte Jan Weiler Gemeinsamkeiten mit den Gästen im Publikum auf und sorgte damit – auch dank einer mitreißenden Mimik und Gestik – für einen amüsanten Abend!

Die Eltern zweier Töchter, Kirsten und Guus Karsten, waren extra aus Flensburg gekommen, um Weiler live zu erleben. Es hat sich gelohnt: Sie fanden ihren Nerv getroffen: „Vor allem das Thema Aufräumen und die Schulsituation, auf den letzten Drücker etwas fertig machen zu müssen, da erkennen wir unsere Situation zuhause wieder.“ Auch Silke Stuck aus Meggerdorf ist Mutter von Pubertieren im Alter von 17 und 14 Jahren: „Das ist fast alles 1:1 wie bei uns. Meiner Tochter musste ich den Wäschekorb in die Hand drücken zum Wegräumen der leeren Flaschen.“

Bei einer Signierstunde in der Pause kündigte Weiler derweil schon eine Rückkehr nach Schleswig an: „Mir gefällt es hier in der ,Heimat’. Wir sehen uns bestimmt wieder.“ Dann wird auch sein Buch „Das Pubertier, Band 2“ auf dem Markt sein – mit weitere Geschichten rund um seine Kinder.

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erstellt am 09.Dez.2015 | 18:32 Uhr

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