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Böklund : Genug Gewerbesteuer, um großzügig zu sein

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Böklund freut sich über volle Kassen und immer mehr Einwohner. Aber das Gewerbegebiet ist ein Zuschussgeschäft.

von
erstellt am 05.Okt.2015 | 11:22 Uhr

Die Gemeinde Böklund platzt aus allen Nähten. Die Bevölkerungszahl steigt ständig. Der Ort ist auch für Gewerbebetriebe von wachsendem Interesse – ein Beispiel für die Entwicklung ist die Böklunder Wurstfabrik, die mit dem Gedanken spielt, den Betrieb zu erweitern. Aber es gibt einen Haken. „Unsere Baugrundstücke sind auf allen Gebieten fast erschöpft“, erklärte Böklunds Bürgermeister Johannes Petersen. Gelände sei genug vorhanden, denn die Gemeinde hätte in den letzten Jahren ihren Grundstücksbestand an Acker- und Brachland auf 17 Hektar erhöht. Doch darauf lassen sich nicht so einfach Bau- und Gewerbegebiete machen. Das Baugesetzbuch schreibt der Gemeinde vor, zunächst die Möglichkeiten der Innenentwicklung zu prüfen.

„Wir sind in einem ersten Schritt aufgefordert, mögliche Standortalternativen zu ermitteln und zu bewerten“, fuhr Petersen fort. Deshalb beschloss die Gemeindevertretung, das Planungsbüro „Pro Regione“ aus Flensburg mit der Prüfung und Ausarbeitung der künftigen baulichen Entwicklung von Böklund zu beauftragen.

Petersen machte deutlich, dass diese Entwicklung nicht zum Nulltarif zu bekommen sei. „Im privaten Bereich können wir unsere eigenen Kosten für Kauf und Erschließung an die Käufer weitergeben“, erklärte er. Doch im gewerblichen Bereich sei der Wettbewerb hart. Hier könne Böklund nur mit Quadratmeterpreisen zwischen 20 und 25 Euro attraktiv bleiben. Doch die Gemeinde zahlt für Erwerb und Erschließung eines Gewerbegrundstücks rund 60 Euro pro Quadratmeter. Die nicht gedeckten Kosten eines zwei Hektar großen Gewerbegebietes bezifferte der Bürgermeister auf eine Million Euro. Dieser Betrag sei zwar durch die Rücklage gedeckt, allerdings müsse man dann große andere Projekte wie ein Bürgerhaus oder einen Kunstrasenplatz für den Sportverein genau durchdenken.

Doch auch für die größeren Projekte gibt es Hoffnung in Böklund: Die Gemeindevertretung verabschiedete den ersten Nachtragshaushalt 2015. Vor allem durch höhere Gewerbesteuern ist der Verwaltungshaushalt um 1,9 Millionen auf 5,6 Millionen Euro gestiegen. Auch der Vermögenshaushalt erhöhte sich um 248  000 Euro auf 2,2 Millionen Euro. Der Überschuss wurde der allgemeinen Rücklage zugeführt, die damit zum Jahresende auf fast zwei Millionen Euro klettert. Zudem existiert noch eine Finanzausgleichsrücklage in Höhe von 1,7 Millionen Euro.

Auf dieser Basis war die Gemeindevertretung gegenüber Zuschussanträgen großzügig. So gewährte man den Böklunder Pfadfindern einen Zuschuss von 2500 Euro zur Anschaffung von Zelten und dem Reitverein 650 Euro zur Instandhaltung der Reitwege. Auch gab man den Umbau des Werkstattbereichs im Feuerwehrgerätehaus zu einem Umkleideraum frei. Die Kosten für diese Maßnahme liegen inklusive Nebenleistungen bei 28 700 Euro.

Im Zuge der Kindertagesstättenreform des Amtes ist die Gemeinde Böklund jetzt alleiniger Eigentümer der Kindertagesstätte und des Krippenhauses Böklund. Die Nutzungspauschale wurde für das Kindertagesstättenwerk des Kirchenkreises Schleswig-Flensburg auf 3000 Euro pro Monat festgesetzt.

Weiteres in Kürze:
>Silke Beusen wurde als bürgerliches Mitglied in den Ausschuss für Jugend, Sport und Kultur gewählt.
>Am 5. Dezember soll in Böklund ab 15 Uhr ein Weihnachtsmarkt stattfinden.

> Am 15. Oktober soll auf einem Treffen von Gemeinde, Kirche, Vereinen und Verbänden über die Sinnhaftigkeit eines Bürgersaals oder Bürgerhauses mit einer Versammlungskapazität von 100 bis 130 Personen diskutiert werden.

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