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Schülertheater im Slesvighus : Generalprobe für die „Generalprobe“

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

17 Schleswiger Schüler bereiten sich auf eine Tanztheater-Aufführung am Sonntag im Slesvighus vor.

In zwei Kleinbussen kommen sie vor das Slesvighus gefahren: Die jungen Darsteller des Kindertheater-Projekts, die auf der großen Bühne proben wollen. In ihrem Stück, das sie am Sonntag im Slesvighus aufführen, üben Kinder für einen Kostümball, den sie auf ihrem Schulfest präsentieren wollen – passend dazu heißt der Titel: „Die Generalprobe“. Das Musik-Theater-Tanz-Projekt entstand im Rahmen des Bündnisses „Kultur macht stark“, das vom Bundesbildungsministerium gefördert wird.

An der Eingangstür werden die Kinder von Theaterpädagogin Janina Wolf empfangen, die gleich zu zählen beginnt. Als sie bei der Zahl 15 aufhört, fragt sie in die Runde: „Wer fehlt denn?“ Es stellt sich heraus, dass Esabell und Simon krank sind. „Das macht nichts, dann spreche ich Simons Rolle“, erklärt sie kurzerhand. Mit Ausfällen muss man immer rechnen – schon bei der letzten Probe gab es eine Krankmeldung.

Für alle gesunden Kinder heißt es: Raus aus den Winterstiefeln und rein in die bunten Kostüme, die in den Umkleiden auf sie warten. Als eine der ersten kommt Jessica zurück, die in ihrem lila Kleid sogleich Pirouetten auf der Bühne dreht – schließlich muss sie sich für die Generalprobe warmtanzen. Das Kommando über die Kinderschar behält aber Janina Wolf: So sollten sie aufpassen, nicht auf die schwarzen Vorhänge zu treten, die im Hintergrund der Bühne befestigt sind. Und beim Laufen hinter den Kulissen sollen sie „immer auf den Wegen gehen, die ausgeleuchtet sind“. Einen weiteren Ausfall will man sich nicht leisten.

Als alle Kinder kostümiert sind, setzen sie sich für eine letzte Inspektion an den Bühnenrand. Dass die zwölfjährige Kim eine schwarze statt der hautfarbenen Strumpfhose zum roten Kleid trägt, wird abgenickt. Aber der gleichaltrige André soll seine blaue gegen eine gelbe Hose tauschen, „das beißt sich sonst“. Doch am Ende muss es die alte Hose tun – die gelbe ist zu klein.

Dann heißt es: Licht aus und Spot an. „Tun wir so, als wäre Sonntag“, sagt Wolf und zieht sich in den Zuschauerraum zurück. Während die Kinder über die Bühne wirbeln, behalten „Superman“ Lennart Bendixen von der Kreismusikschule sowie „Lady in Red“ Fiona Lugawing, die beim Landestheater ihren Bundesfreiwilligendienst absolviert, den Überblick.

Am Ende von Atomspiel, Breakdance und viel Musik ist alles so, wie es sich Janina Wolf wünscht: „Generalproben müssen am Theater schief gehen. Und heute ging es schief.“ Es gibt verpasste Einsätze, die sich wie ein Rattenschwanz durch das Stück ziehen. „Wenn ihr beim Klatschen nicht sicher seid, lasst es lieber bleiben“, empfiehlt sie denjenigen, die den Faden verloren haben. Allerdings, setzt sie schmunzelnd hinzu, „kann man einige Fehler einbauen, das Stück heißt ja Generalprobe“. Nur bei der Lautstärke kann man nicht tricksen: „Ihr dürft alle ein bisschen lauter reden.“ Zu laut könne es im Theater gar nicht werden.

Die Proben für das Projekt, an dem sich neben dem Landestheater und der Kreismusikschule Schleswig-Flensburg auch der Kinderschutzbund sowie mehrere Schleswiger Schulen beteiligen, begannen im September. „Seitdem sind uns nur wenige Kinder abhanden gekommen“, freut sich Janina Wolf. Die meisten der 17 kleinen Schauspieler sind mit Feuereifer bei der Sache und fiebern ihrem Auftritt entgegen. „Ich bin richtig aufgeregt“, sagt Kim. Wie viele der Kinder hat sie schon beim Schultheater mitgemacht. „Aber da sind wir in der Turnhalle aufgetreten. Hier ist ja alles anders – die Bühne, das Licht“, gibt André zu bedenken. Doch eines haben sie: „Viel Spaß“, sind sich Lisa (11), Tamara (8) und Rieke (10).

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