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Schleswiger Nachrichten

24. August 2017 | 05:19 Uhr

Süderbrarup : Gemeinsam stark

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Deeskalationstraining an der Gemeinschaftsschule: Schüler üben Team- und Kommunikationsfähigkeit.

Die Schüler der Gemeinschaftsschule Süderbrarup kamen ganz schön ins Schwitzen. Schließlich mussten sie Aufgaben meistern, die meist nicht im Alleingang zu bewältigen waren. So mussten sie zum Beispiel mit einem Bleistift, der von zwei Schülern mit je einer Hand geführt wurde, ein Bild mit Haus, Baum und Hund malen – ohne einen Ton von sich zu geben. Gar nicht so leicht.

Im Rahmen der Vorhabenwoche kamen Matthias Thye und Karin Sitzwohl an die Gemeinschaftsschule und vollzogen mit den Schülern ein Deeskalationstraining. Zuerst wurden die Übungen ausprobiert, danach in der Runde gemeinsam reflektiert. Dabei wurde das, was man gesehen hatte, mit dem verglichen, was einem gefallen oder gefehlt hatte. „Es ist wichtig, das die Kinder und Jugendlichen im Spiel Erfahrungen machen und später darüber reden müssen“, erklärte Thye, der neben seiner Tätigkeit als Deeskalationstrainer im Hauptberuf Leiter der Polizeistation Steinbergkirche ist.

So erhielten die Schüler auch die Aufgabe, an zwei potenziellen Schlägern vorbei sich auf einen Stuhl zu setzen. Die Methoden waren unterschiedlich. Ein Junge quetschte sich durch die Lücke zwischen beiden. Und ein Mädchen fragte höflich, ob die zwei ihr den Weg frei machen würden – was sie auch taten.

Eines der wesentlichen Ziele des Trainings ist die Erhöhung der Teamfähigkeit. So mussten sich die Schüler auf ein Seil stellen und sich nach Größe, Alter und Augenfarbe sortieren – obwohl ein Fuß immer auf dem Seil bleiben musste. Das funktionierte nur mit viel Kooperation und Kommunikation. Auch wurde das Überwinden nicht existierender Verbote und Regeln geübt – als Vorbeugung zum „voreilenden Gehorsam“. In einer Übung, in der es darum ging, möglichst lange die Arme zu heben, motivierten sich die Schüler erst gegenseitig mit Worten. Dann fiel einem von ihnen auf, dass auch körperliche Unterstützung nicht verboten war. So konnten die Schüler ihre Arme beliebig lange auf den Schultern anderer Schüler ablegen – und das Problem war dank der gelungenen Teamarbeit gelöst.

Auch die Überlegenheit eines Teams gegenüber dem einzelnen demonstrierten Matthias Thye und Karin Sitzwohl anhand ihrer Übungsaufgaben. Die Überwindung eines in Brusthöhe gespannten Seils kann ein Einzelner nicht schaffen – sofern er kein Hochspringer ist. Nach einem ersten Austausch der Schüler, wie vorzugehen sei, fanden sie jedoch eine simple Lösung: Mithilfe eines Stuhls – denn der war nicht verboten – bauten sie eine Brücke und halfen sich gegenseitig mit Räuberleitern. Letztlich kamen so alle Beteiligten auf der anderen Seite an.

„Ich bin der Meinung, dass wir Kinder und Jugendliche durch dieses Programm stärken können“, ist Thye überzeugt. Man erreiche, dass die Schüler mit schwierigen Situationen anders umgingen und anderen in kritischen Fällen helfen. „Auch vermeiden wir, dass einige zu potenziellen Kunden von mir werden“, meint der Polizeihauptkommissar verschmitzt.

Dass diese Trainingseinheiten tatsächlich helfen, bestätigte Klassenlehrerin Anne-Katrin Gumz. Ihre Klasse hat bereits im vergangenen Jahr ein ähnliches Programm absolviert. „Die Schüler konnten anschließend wesentlich besser aufeinander zugehen und als Klasse besser auftreten“, stellte sie danach fest. Und vor allem die Lautstärke habe sich reduziert.

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erstellt am 04.Feb.2014 | 07:45 Uhr

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