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Wegen der Arztpraxis : Gemeinde Schuby kauft das Amtshaus

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Die Gemeinde Schuby zahlt 150.000 Euro, damit die Arztpraxis im alten Amtsgebäude bleiben kann.

Das alte Amtsgebäude (1973 erbaut) in Schuby bekommt einen neuen Besitzer. Wie Bürgermeister Helmut Ketelsen auf der jüngsten Sitzung der Gemeindevertretung aus dem nicht-öffentlichen Teil berichtete, hatten sich die Gemeindevertreter mehrheitlich dafür ausgesprochen, das Gebäude vom Amt Arensharde zu übernehmen. Der Vertrag zwischen Amt und Gemeinde ist ausgehandelt und wird dieser Tage unterschrieben. Somit steht dem Erwerb des Gebäudes mit einer Größe von insgesamt 760 Quadratmetern zum 1. Januar nichts mehr im Wege.

Zum konkreten Kaufpreis schweigt sich Bürgermeister Helmut Ketelsen aus. „Bei dieser Preisklasse spricht man nicht über genaue Zahlen“, sagte er zunächst, erläuterte auf Anfrage aber dennoch die wesentlichen Punkte des Vertrages. So stellt die Gemeinde für 2016 eine Summe von 100  000 Euro für die Übernahme des alten Amtsgebäudes bereit. Zudem wird vereinbart, dass Schuby dem Amt eine Resthypothek von knapp 26  000 Euro abnimmt. Und schließlich verpflichtet sich die Gemeinde zur Übernahme von bereits bekannten Sanierungsnotwendigkeiten in Höhe von rund 25  000 Euro – darunter auch für den Ausbau und die Modernisierung der etwa 200 Quadratmeter großen Arztpraxis, die sich im Anbau (1994) des alten Amtsgebäudes befindet. So beläuft sich der Kaufpreis für die sanierungsbedürftige Immobilie auf gut 150  000 Euro. Auf dem freien Markt hatte sich trotz des Einschaltens eines Maklers kein Käufer gefunden. Der aufgerufene Kaufpreis lag deutlich über dem jetzt vereinbarten.

Der Bürgermeister sieht für die Gemeinde einen großen Vorteil in dem Erwerb der knapp 3000 Quadratmeter Grundstücksfläche samt Gebäude: „Der Fortbestand der Arztpraxis ist einfacher zu sichern, wenn wir als Gemeinde alleine verhandeln können. Es ist wichtig für die Menschen vor Ort, diese Praxis zu haben und zu erhalten.“ Was darüber hinaus mit dem Gebäude geschehen wird, sei dagegen noch nicht konkret geplant und werde Thema in den nächsten Sitzungen der Gemeindevertretung. Ketelsen sieht vielfältige Möglichkeiten: „Wir können nun in Ruhe darüber entscheiden, was damit weiter geschehen soll. Ob wir es abreißen, ob dort ein Familienzentrum entsteht oder die Räume an Ingenieure oder Therapeuten verpachten werden – als einzelne Gemeinde können wir das leichter bewerkstelligen und entscheiden, als wenn wir acht Bürgermeister fragen müssten.“

Im Zuge der Polizeireform und der Fusion der Ämter Schuby und Silberstedt im Jahre 2008 war die damals dort ansässige Polizeistation nach Silberstedt umgezogen. Danach wurden die Räume bis 2011 für Bürgerbüro und Einwohnermeldeamt genutzt. Einfachere Arbeitswege sowie Kostengründe erforderten jedoch eine schrittweise Reduzierung der Öffnungszeiten, letztlich wurde das Gebäude geschlossen. Seitdem nutzen es Verbände sowie die Jugendfeuerwehr. Ab 2014 wurden die Räumlichkeiten schließlich der Gasunie Deutschland zur Verfügung gestellt, solange an der Nord-Süd-Gaspipeline gearbeitet wurde. Das Bürgermeisterbüro blieb währenddessen bestehen, was auch weiterhin vorerst so vorgesehen sei, so Ketelsen. 

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