Gelehrsamkeit - ohne Elfenbeinturm

Prof.  Dr.  Kurt Schietzel
Prof. Dr. Kurt Schietzel

Die Schleswiger Sektion der Universitätsgesellschaft legt wieder los / Für ihren Chef Prof. Dr. Kurt Schietzel ist das die letzte Amtsperiode

shz.de von
03. September 2012, 07:09 Uhr

Schleswig | Mitte September beginnt die Wintersaison 2012/2013 der Sektion Schleswig in der Schleswig-Holsteinischen Universitätsgesellschaft. Was etwas verhakelt klingt, ist in Wirklichkeit ein spitzenmäßiges Vortragsprogramm, zu dem bis in den April hinein einmal im Monat führende Wissenschaftler der Kieler Christian-Albrechts-Universität (CAU) an die Schlei kommen. Auch diesmal wurde es zusammengestellt vom Sektionsleiter Professor Dr. Kurt Schietzel, dem früheren Chef des Archäologischen Landesmuseums.

Nach 25-jährigem, ehrenamtlichen Engagement wird sich Schietzel im Anschluss an den Vortrag vom 16. April 2013 aus seinem Amt verabschieden. Als Nachfolgerin vorgeschlagen ist Corinna Endlich M.A., die Leiterin der Vermittlungsarbeit beider Landesmuseen. Eine Mitgliederversammlung muss darüber im Frühjahr entscheiden. Mit der Wahl von Endlich würde die Schleswiger Sektion ihr bisheriges Forum im Vortragssaal des Archäologischen Landesmuseums behalten.

Dort findet auch der erste Vortrag statt, dem trotz seiner historischen Orientierung ein nicht völlig unbeabsichtigter aktueller Bezug nachgesagt werden darf. Am 18. September referiert CAU-Präsident Prof. Dr. Gerhard Fouquet über das Thema "Sparsamkeit - ein Phänomen rechten Haushaltens in den Lebenswelten des Mittelalters".

Aber auch die anderen Themen der Wintersaison können sich hören lassen: Fast immer lässt sich ein aktueller Bezug herstellen. Etwa bei dem Vortrag von Prof. Dr. Ingmar Unkel, Institut für Ökosystemforschung, über "Die Nasca-Kultur - ein Opfer des Klimawandels?" Frage also: Kommt das, was der südamerikanischen Kultur passierte, auch auf uns zu? Kompetente Antwort gibt’s am 16. Oktober. Einmal ist der aktuelle Bezug sogar ausdrücklich in der Überschrift formuliert. Wenn nämlich am 15. Januar Ökosystemforscher Prof. Dr. Klaus Dierßen über "Mais, Kohl und Windenergie - Zur Ökonomisierung der schleswig-holsteinischen Kulturlandschaft" referiert. Und so geht es bis in den April hinein weiter. Informationen über alle Referate, die auf Schloss Gottorf immer um 19 Uhr stattfinden, erhält man über die Website www.shug.uni-kiel.de. Insgesamt werden in jedem Jahr innerhalb der 48 Sektionen der Universitätsgesellschaft an die 400 Vorträge gehalten. 94 Jahre nach ihrer Gründung im düsteren Weltkriegsjahr 1918 und 66 Jahre nach dem Neuanfang 1946 nach manch braunen Jahren kommt die Gesellschaft wieder bestens ihrem Gründungs-Auftrag nach: Soll sie doch die Beziehungen zwischen der Universität "und dem geistigen Leben der Provinz Schleswig-Holstein pflegen".

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