Gelebte Ökumene - Jugendgruppe besuchte Nordirland

Mit Sack und Pack und etwas müde aus Nordirland zurück: die evangelische Jugendgruppe.  Foto: U. Köhler
Mit Sack und Pack und etwas müde aus Nordirland zurück: die evangelische Jugendgruppe. Foto: U. Köhler

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27. August 2009, 03:59 Uhr

Oersberg | Etwas müde und noch ganz unter dem Eindruck der zurückliegenden drei Wochen stehend, kehrten 15 junge Leute im Alter von 14 bis 26 Jahren mit "Sack und Pack" - sprich schweren Rucksäcken - zurück in die Kirchengemeinde Toestrup. Die jungen Leute gehören zu der seit Mitte der 1990er Jahre bestehenden evangelischen Jugendgruppe der Kirchengemeinde. Und seit 1998 hat diese Jugendgruppe Kontakte nach Nordirland, sechs Mal waren Mitglieder bereits per Fähre, Zug, Bus und auf Schusters Rappen dorthin gereist, um bestehende Kontakte zu pflegen und neue zu knüpfen.

Für die Toestruper Jugendlichen und ihre Partner in Nordirland gilt unter dem Motto "Frieden, Versöhnung, Ökumene", sich über alle Unterschiede hinweg nahe zu kommen. Dass das funktioniert, freut insbesondere den Leiter der Jugendgruppe, den 38-jährigen Joachim Koch vom Scheersberg.

Guter Brauch der Jugendgruppe aus Oersberg war es in Nordirland und war es auch bei der Heimkehr, einen Kreis zu bilden, um Bilanz des jeweiligen Tages und zuletzt über die zurückliegenden drei Wochen zu ziehen. Da hielt keiner mit seiner Meinung zurück. Bei alledem überwog das Positive: "Dieser Jugendaustausch hat uns zu einer homogenen Gruppe - unsere nordirischen Freunde eingeschlossen - zusammen geschweißt." Die Fußmärsche mit schwerem Gepäck sind längst vergessen, es überwiegen die Eindrücke, "die uns keiner nehmen kann". Dazu gehört auch die den Deutschen zuteil gewordene Gastfreundschaft: Ihnen wurde zum Wohnen ein ganzes Privathaus zur Verfügung gestellt.

Schon jetzt steht fest, dass sich die jungen Leute aus einem Bereich, der von Kappeln über Oersberg bis hin nach Norderbrarup reicht, 2011 erneut auf den Weg in das Grenzgebiet von Nordirland und Irland begeben werden - nach Armagh südwestlich von Belfast. Alle - ob schon mehrere Male oder zum erstenmal dabei - wollen wieder mit und alle sind mit dabei, wenn die nordirischen Freunde im Sommer 2010 nach Toes trup kommen - deren dritter Gegenbesuch.

Natürlich gibt es hier wie dort ein touristisches Programm - doch wichtiger ist es nach den Worten von Jugendgruppenleiter Joachim Koch, in das tägliche Leben einzutauchen, von der Geschichte des Landes zu hören und nachzuvollziehen, warum die nordirische Situation so ist, wie sie ist. Ob katholische Christen in Nordirland oder evangelische Christen in Angeln: "Wir haben den gleichen Gott und der hilft uns, Trennendes zu überwinden und zueinander zu finden."

Mit diesem Jugendaustausch praktizieren die jungen Leute ganz praktische Ökumene, wobei Spiel, Spaß und Spannung keineswegs zu kurz kommen. Sprachliche Barrieren gibt es schon längst nicht mehr, wobei die Nordirland-Abende im Vorweg des Jugendaustausches dazu beitragen, dass "wir wissen, was uns erwartet".

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