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Versuchte Sprengung : Geldautomaten-Knacker auf der Flucht

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Großeinsatz von Polizei und Feuerwehr am frühen Sonnabendmorgen im Friedrichsberg: Unbekannte wollten Nospa-Automaten sprengen.

shz.de von
erstellt am 23.Dez.2013 | 00:15 Uhr

Bislang unbekannte Täter haben am frühen Sonnabendmorgen versucht, die Geldautomaten in einer Filiale der Nospa im Friedrichsberg zu sprengen. Wenig später wurde in der Nähe ein brennendes Auto, vermutlich der Fluchtwagen, entdeckt.

Beide Fälle haben gestern sowohl die Einsatzleitstelle der Polizei in Harrislee als auch ein Sprecher der Bundespolizei auf SN-Nachfrage bestätigt. Da jedoch inzwischen das Landeskriminalamt eingeschaltet wurde, konnten nähere Angaben von Seiten der Polizei nicht gemacht werden.

Bestätigt ist, dass gegen kurz nach 5 Uhr der Schleswiger Löschzug Friedrichsberg über die Leitstelle Nord in Harrislee zunächst wegen eines Fahrzeugbrandes am Niekoppelweg alarmiert wurde. „Das war allerdings kein normaler Löscheinsatz in der Nacht“, erklärte Wehrführer Sönke Schloßmacher gestern, „als unsere Kameraden kurz nach dem Ausrücken am Niekoppelweg eintrafen, waren bereits Kräfte der Polizei vor Ort – schwer bewaffnet“.

Die Feuerwehr habe sofort mit den Löscharbeiten begonnen, Flammen schossen in den Nachthimmel. Nach Informationen, die den SN vorliegen, wurde der Pkw, der vollständig ausbrannte, vermutlich als Fluchtwagen genutzt. Denn fast zeitgleich wurden die Einsatzkräfte auch in die Bahnhofstraße zur dortigen Nospa-Filiale gerufen. „Unbekannte Täter hatten dort an den Geldautomaten bereits einen Sprengmechanismus installiert. Die Täter waren aber vermutlich gestört worden und flüchteten“, glaubte Wehrführer Schloßmacher. Da durch mögliche Einleitungsgase eine Gefahr für die über der Bank liegenden Wohnungen bestanden habe, seien die Anwohner von der Polizei bereits evakuiert worden. Die Feuerwehr Schleswig hat mit entsprechenden Geräten eine Schadstoffmessung in der Bankfiliale vorgenommen, es konnte aber schnell Entwarnung gegeben werden. Eine Gefahr durch Gase bestand nicht mehr.

„Wenn die Täter die beiden Geldautomaten gesprengt hätten, hätte das sicherlich erhebliche Auswirkungen auf die Stabilität des Gebäudes gehabt. Vermutlich wären Fensterscheiben, Türen oder auch Wände zerstört worden“, so Schloßmacher weiter. Es sei also nur der Aufmerksamkeit von Zeugen zu verdanken, dass es nicht zur Katastrophe mitten im Friedrichsberg gekommen ist.

Die Schleswiger Polizei leitete unverzüglich eine Fahndung nach den Flüchtigen im Nahbereich ein. Sie wurde dabei von der Bundespolizei aus Flensburg und weiteren und zivilen Einsatzkräften unterstützt. Nach SN-Informationen konnte bislang kein Täter festgenommen werden. Der ausgebrannte Pkw wurde zur weiteren Spurensicherung beschlagnahmt. Unter anderem soll ermittelt werden, ob Kennzeichen und der Wagen vor der Tat gestohlen worden waren.

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