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Bundes-juristenorchester in der A.P.-Møller-Schule : Geigen und Paragraphenbrezeln

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Das Bundesjuristenorchester spielte in der Schleswiger A.P.-Møller-Schule romantische Musik – und sammelte Geld für den Kinderschutzbund.

Wichtige Terminsache für das Bundesjuristenorchester: Für ein Benefizkonzert zu Gunsten Kinderschutzbundes in Schleswig wurde gestern in der sehr gut besuchten A.P.-Møller-Schule das Orchester unter der Leitung von Georg Dücker bevollmächtigt, Musik der deutschen Romantik zu präsentieren. Das im Jahr 2002 gegründete Orchester setzt sich aus Richtern, Anwälten, Jura-Studenten und anderen Juristen aus ganz Deutschland zusammen. Einmal im Jahr geben sie ein Benefizkonzert. Diesmal fand es in Schleswig statt.

Auf dem Programm standen drei Werke zweier Komponisten: Die Ouvertüre zur Oper „Genoveva op. 81“ von Robert Schumann sowie das „Konzert für Violine und Orchester e-Moll op. 64“ und die „Sinfonie Nr. 5 D-Dur op. 107“ von Felix Mendelssohn Bartholdy. Nicht die Kürze, sondern die Vielzahl von nötigen Gruß- und Dankesworten von Seiten der hiesigen politischen Prominenz, die einmütig daraufhin deutete, dass das nördlichste Bundesland und insbesondere Schleswig eine besondere Affinität zur Justiz hat, verhinderte zunächst den Beginn des Konzerts. Aber dann – nach einer guten halben Stunde – lugte Schumanns „Genoveva“ für einige Minuten hinein. Dabei schien sich der etwas unsicher wirkende Klangkörper erst nach und nach in die Musik hineinzufinden.

Sicher dagegen war der Solist der Matinee: Niko Dammann auf seiner Violine. Mit leichtem Bogenstrich, technisch ausgereift und schwungvoll spielte sich der Geiger trotz kleinerer Wackler, aber mit viel Augenkontakt zum Dirigenten rasch in die Herzen der begeisterten Zuhörer. Stellenweise geigte er gar etwas zu schwungvoll für das Orchester – das nicht nur einmal im Tempo hinterherklapperte – insbesondere im virtuosen Finalsatz, den Dammann sehr engagiert mit kühnem Spielwitz zu Gehör brachte. Und viel Herzblut vergoss er im langsamen Satz, worin er seine Violine ohrenschmeichelnd erklingen ließ. Als Zugabe brachte er die „Giga“ aus der „II. Partita BWV 1004“ von Johann Sebastian Bach eindrucksvoll zu Gehör.

Nach der Pause, in der die Zuhörer zwischen Violin- und lustigen Paragraphen-Brezeln wählen konnten, erklang die Reformationssinfonie, die Mendelssohn anlässlich der 300-Jahr-Feier der Augsburger Konfession komponiert hatte. Bekannt wurde die Sinfonie hauptsächlich wegen des bläserfarbigen Luther-Chorals „Ein feste Burg ist unser Gott“ im Finalsatz. Zu guter Letzt kam es also zu einem echten Schlussplädoyer, mit welchem das Bundesjuristenorchester die Sinfonie – trotz leichter Intonationstrübungen in den Bläsern und zarten Überforderungsmomenten – majestätisch beschloss.

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