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Achtung, Lebensgefahr! : Gefährliches Spiel im maroden Hertie-Haus

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Immer wieder brechen Unbekannte in die Kaufhaus-Ruine ein. Die Stadt hat jetzt einen Sicherheitsdienst engagiert.

von
erstellt am 20.Mai.2017 | 12:00 Uhr

Im August ist es endlich soweit. Dann rücken im Stadtweg die Bagger an, um das marode Hertie-Gebäude abzureißen. „Höchste Zeit“, wie Bauamtsleiterin Manja Havenstein in der jüngsten Sitzung des Bauausschusses noch einmal betonte. Nicht nur, weil Schleswigs markanteste Ruine damit verschwindet. Sondern auch, weil das Haus immer mehr zur Gefahrenquelle wird.

Denn immer wieder wird in das völlig heruntergekommene Gebäude eingebrochen und dann im Innern randaliert, erklärte Havenstein. Das geht offenbar so weit, dass die Stadt schon mehrfach handeln musste. In den vergangenen Monaten wurden Türen verschlossen und durch provisorische Holzwände verstärkt, damit unerwünschten Eindringlingen die Wege innerhalb des riesigen Baukomplexes versperrt sind. Davon abhalten ließen sich die Einbrecher aber nur bedingt. Deshalb hat die Stadt nun obendrein einen Sicherheitsdienst engagiert, der das Gebäude regelmäßig nachts kontrolliert.

All das geschieht allerdings nicht, um das Gebäude selbst oder die Gegenstände darin zu schützen. Denn Wertsachen sucht man darin längst vergebens. Vielmehr wolle man mit allen Mitteln verhindern, dass den heimlichen Besuchern etwas passiert, betonte Havenstein. Denn das Gebäude zu betreten, sei lebensgefährlich. Überall lauern Glasscherben, Leitungen liegen offen, Böden, Wände und Treppen sind kaputt. Hinzu kommt, dass der ehemalige Aufzugschacht offen steht. Dort geht es nicht nur tief hinab, sondern unten steht auch noch meterhoch Wasser, in dem allerhand Gerümpel schwimmt. „Wenn da nachts jemand hineinstürzt, kommt er nicht mehr heraus“, befürchtet Havenstein.

Ob es Jugendliche sind, die sich auf der Suche nach einem Abenteuer in das marode Gebäude wagen, oder Diebe nach Metallen und anderen Rohstoffen Ausschau halten, weiß man nicht. Aber egal, wer sich – wahrscheinlich nachts und nur mit einer Taschenlampe ausgerüstet – in die weiten Gänge des Hauses begibt, spielt ein gefährliches Spiel – das obendrein auch noch strafbar ist.

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