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Schleswiger Nachrichten

19. Oktober 2017 | 06:44 Uhr

Fahrdorf : Gefährliches Pflaster Mühlenberg

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Für Senioren, Rollstuhlfahrer und Menschen mit Gehbehinderung ist die Überquerung der Straße ein Abenteuer. Sie fordern eine Tempo-30-Zone.

Der Fahrdorfer Mühlenberg hat es in sich – und das nicht nur für Autofahrer. Kurvenreich, hügelig und für die Verkehrsteilnehmer schwer einsehbar ist die rund einen Kilometer lange Straße, die die südlich gelegene Bundesstraße 76 mit der unteren Dorfstraße verbindet und auch zum M&M-Einkaufszentrum führt. Der Mühlenberg wird täglich von zahlreichen Fahrzeugen befahren und immer wieder kommt es, vor allem in den Kurven, zu brenzligen Situationen. Das dort erlaubte Tempolimit von 50 Stundenkilometern erscheint vielen Anwohnern viel zu hoch. Dies äußerten einige Fahrdorfer Bürger nun auch in der jüngsten Einwohnerversammlung, zu der rund 250 Besucher erschienen waren. Viele von ihnen forderten ein Tempo-Limit von 30 Stundenkilometern auf dem Mühlenberg.

Eine Überquerung der Straße stelle für Fußgänger und Kinder eine Herausforderung dar, hieß es. Für Senioren, Jugendliche und Menschen mit Behinderung, die in den benachbarten Alten- und Pflegeheimen oder im Bereich „Junges Wohnen“ des DRK-Pflegezentrums leben und auf einen Rollstuhl, einen Gehwagen oder eine Gehhilfe angewiesen sind, sei es nahezu unmöglich, die Straße ohne Hilfe zu passieren. Seit langer Zeit beklagen sich die Heimbewohner über die Straßensituation am Mühlenberg. Sie fühlen sich in ihrer Mobilität und Sicherheit eingeschränkt.

Eine direkte, einfach Überquerung der Straße sei nicht möglich. Hinweisschilder am Pflegezentrum, die zur Sicherheit der Fußgänger auf die Gefahren hindeuten, gebe es nicht und die Bordsteinkanten seien zudem gerade dort zu hoch. Also müssten für die Überquerung der Straße einige Hindernisse überwunden oder lange Umwege in Kauf genommen werden.

Will ein Bewohner des nahen DRK-Pfegezentrums zum gegenüberliegenden Einkaufszentrum gelangen, müsse dieser zunächst die Strecke zum Fußgängerüberweg an der Bundesstraße nehmen, um dann über den weitläufigen Parkplatz schließlich an sein Ziel zu kommen. Oder er müsse einige Schritte in entgegengesetzter Richtung bis zur Wohlerskoppel gehen, um dort den Mühlenberg sicher überqueren zu können. An diesen beiden Stellen gebe es die einzigen Bordstein-Absenkungen, die das Passieren mit Rollator, Rollstuhl oder einem Kinderwagen ein wenig erleichtern – oder erst ermöglichen.

„Alles viel zu gefährlich“, sagt Birger Kuhlmann, Alltagsbegleiter im DRK-Pflegezentrum. „Das sind Umwege, die für ältere Menschen oder Rollstuhlfahrer einfach viel zu weit sind.“ Täglich begleitet Kuhlmann die Bewohner auf ihren Spaziergängen, die immer mit der Überquerung des Mühlenbergs verbunden sind. „Für ängstliche Menschen ist das Passieren der Straße ohne Begleitung oder Hilfe gar nicht möglich“, so Kuhlmann. Eine Geschwindigkeitsreduzierung, Hinweisschilder in Höhe des Pflegezentrums und mehr Bordsteinabsenkungen würde den Bewohnern des Pflegezentrums eine Verbesserung der Mobilität und Lebenssituation in Fahrdorf bescheren, sagt er. Die Gemeinde hingegen sieht in den hohen Bordsteinkanten im Kurvenbereich einen Schutz insbesondere für Rollstuhlfahrer. Damit niemand auf die Idee kommt, gerade an dieser nur schwer einsehbaren Stelle die Straße zu überqueren.

Das Thema Geschwindigkeitsreduzierung auf Tempo 30, nicht nur im Mühlenberg, sondern auch im Bereich der Straßen Hasenberg und Strandholm, soll nun Gegenstand der nächsten Gemeinderatssitzung sein, die am Dienstag, 17. März, ab 20 Uhr im Restaurant „Altes Fährhaus“ stattfindet – und zu der die Einwohner eingeladen sind. Weitere Themen sind dann unter anderem auch die Änderung des B-Planes für die Mundtkoppel, der Ausgleich für die Planung der östlichen Erweiterung des Baugebiets Langacker und die Erschließung des Baugebietes B-Plan Nr. 11.

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