Gedenkstein für einen großen Künstler

Der  neue Gedenkstein für Künstler Jan Laß. Foto:  Staritz
Der neue Gedenkstein für Künstler Jan Laß. Foto: Staritz

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24. Juli 2012, 03:59 Uhr

Süderfahrenstedt | Am Ende eines Feldweges zum Langsee stoppte früher ein Holzschild jeden Neugierigen und stempelte ihn zum Eindringling: "Fremder, du störst. Kehr um und hab guten Weg!" lautete die abweisende Inschrift in gotischer Fraktur. Das war zu der Zeit, als hier der steile Abstieg begann zum Haus und zum Atelier des Malers Jan Laß.

Am tief eingebetteten, anmutig-stillen See lebte von 1934 bis 1958 allerdings keine eremitische Künstlerexistenz in kaum von Zivilisation gestreifter Naturlandschaft. Vielmehr holte ein kraftvoller Mann inmitten seines Freundeskreises mit Grammophon in ungezählten Ateliernächten die Freude an Menschen und am Leben in die Stille des Lang sees.

Hier ließ sich Laß inspirieren zu Bildern, in denen er Wasser, Himmel, Wolken und Licht als elementare Komponenten seiner Landschaften malerisch ausdeutete. Seine Wandbilder kamen zu Firmen, in Schulen und Kasernen, und wer als Privatmann etwas auf sich hielt, hatte einen Jan Laß an der Wand.

Der am 30. Januar 1890 in Kappeln geborene Künstler starb am 4. November 1958 und ist auf dem Friedhof in Böklund begraben. Auf Initiative Heidefelder Nachbarn und mit Hilfe eines seiner sieben Kinder aus Hamburg wurde dem Maler nun ein Denkmal gesetzt, dort, wo noch immer der Abstieg zum Atelier beginnt: Heute wohnt und wirkt dort Karl-Heinz Morscheck. Der Stein, den Süderfahrenstedts Bürgermeister Heinrich Mattsen herangeschafft hat, ist groß genug, um in der nächsten Generation auch an diesen Künstler zu erinnern.

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