P.O.E. in Wanderup : Geburtstagsfeier wird zur Kult-Party

Im Zelt oder unter freiem Himmel: Bei der „Party ohne Ende“  in Wanderup wird seit 25 Jahren zu Pop, Rock und Schlagern gefeiert.
Im Zelt oder unter freiem Himmel: Bei der „Party ohne Ende“ in Wanderup wird seit 25 Jahren zu Pop, Rock und Schlagern gefeiert.

Junge Wanderuper luden im Sommer 1989 zur „Party ohne Ende“ auf eine Koppel ein – und schufen damit die P.O.E. Am 2. August tritt bei der Großveranstaltung erstmals „Illegal 2001“ auf.

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24. Juli 2014, 07:45 Uhr

P.O.E – was war das noch gleich? Von jemandem, der hier lebt und gerne feiern geht, kann diese Frage eher nicht stammen. Wer hier lebt, weiß, und Zugezogene lernen schnell: Das ist die „Party ohne Ende“, kurz: P.O.E. Und dabei spielt die Geestgemeinde Wanderup eine tragende Rolle, seit 25 Jahren. Die P.O.E ist Kult hier im Norden, ihre Geschichte vereint Heimatgefühl und Freundschaft mit einer Menge Spaß am Feiern.

1989 beschlossen um und bei acht Freunde, alle um die 18 Jahre alt, ihre Geburtstage mit einer großen Sommer-Party gemeinsam zu feiern. Und da sie alle aus dem Wanderuper Ortsteil Grünberg kamen, gab es nie den leisesten Zweifel daran, wo die große Sause stattfinden soll: auf einer Koppel in der Nachbarschaft. Es geschah allerdings, was so oft bei Partys der Fall ist: Aus geplanten 150 wurden 300 Gäste, daran können sich Torsten Honnens (44), Klaus Aye (43) und Rüdiger Andresen (43) noch bestens erinnern. Sie waren drei der jungen Männer, die zu ihrer „Party ohne Ende“ einluden, und diese drei sind es, die noch heute – längst professionell vereinigt als „Andresen, Aye, Honnens GbR“ – die P.O.E. in Wanderup veranstalten. Aus ihrer Geburtstagsparty ist eine Großveranstaltung geworden.

„Wir hätten nie damit gerechnet, dass aus dieser einen Party einmal die P.O.E. wird, und Geld ist und war nie unser Antrieb“, sagt Klaus Aye, der wie Honnens und Andresen beruflich eigentlich voll ausgelastet ist: Aye hat einen Stahlbaubetrieb in Handewitt, Andresen ist Landwirt in Sollerup-Mühle und Honnens einer der Geschäftsführer der Gebr. Honnens GmbH in Tarp. Die viele Zeit, die für die Organisation der P.O.E. nötig ist, nehmen sie sich aber nach wie vor, und das mit großer Freude. „Im Grunde ist das unser Hobby“, sagt Honnens.

Weil die erste Party vor 25 Jahren ein Renner war, gab es im darauffolgenden Jahr die Wiederholung, wieder im „privaten Rahmen“. Doch man ahnt es schon: Es kamen noch mehr Menschen. Die Party sollte nun jährlich stattfinden. Schnell waren zwar nur noch Honnens, Aye und Andresen übrig, die anderen Freunde sprangen ab, weil alles zu aufwendig wurde, doch die Zahl der Gäste stieg weiter, schon bald waren es über 1000. „Anfangs haben wir einfach einen Feuerwehrschlauch über die B 200 gelegt, aber das ging natürlich nicht mehr, denn das brachte den ganzen Verkehr zum Erliegen“, so Honnens. „Auch das Gelände und die Parkflächen wurden zu klein.“

Bis Mitte der 90er Jahre war die Party so gewachsen, dass sie anmeldepflichtig wurde, Zäune aufgestellt, Sicherheitspersonal geordert und auch Eintritt – fünf D-Mark – verlangt werden mussten, um die Kosten zu decken. Auch eine neue Fläche – wieder in Grünberg – musste her. Die zu finden, sei kein Problem gewesen, sagen die drei Jugendfreunde. Die umliegenden Landwirte hätten sie immer unterstützt – wie das ganze Dorf, und das sei noch heute so. „Wir haben in all den Jahren nie Probleme mit Anwohnern gehabt“, betont Honnens. Kein Wunder, schließlich feiert seit jeher das halbe Dorf mit. Auch mit Amt, Gemeinde, Polizei, DRK, Ordnungsbehörde und Feuerwehr habe man immer gut zusammengearbeitet, „alle haben das mitgetragen. Es war immer wie ein Familienfest, alle waren da“, so Honnens. Auf den Jugendschutz legen die drei viel Wert. Wer nicht 18 ist, bekomme einen besonderen Stempel auf die Hand, damit demjenigen Alkohol nur eingeschränkt ausgeschenkt wird. Unter 16-Jährige kommen gar nicht erst aufs Gelände.

Die P.O.E ist kein reines Zeltfest, nennt sich „Party“, weil nicht nur drinnen, sondern auch unter freiem Himmel getanzt und gefeiert wird. Gespielt werden Pop, Rock und Schlager. Es hat auch schon P.O.E.s in Kleinsolt, Barderup oder Eggebek gegeben, und Zusatzveranstaltungen wie „Oktoberfest“ oder „Tanz in den Mai“. Andresen: „Das letzte Juli-Wochenende als Datum für die traditionelle Sommer-P.O.E. ist aber immer geblieben.“ Und das steht jetzt bevor, am Sonnabend ist um 21 Uhr Einlass. Es gibt wegen des 25-Jahr-Jubiläums jedoch einen zweiten Termin, den 2. August – wie in guten alten Zeiten geht es dann schon um 20 Uhr los. Es gibt mehrere Bühnen und regionale Acts, und als Jubiläums-Highlight tritt am 2. August „Illegal 2001“ erstmals bei einer P.O.E. auf. Auch die Party-Band „Tin Lizzy“ ist dabei. Die drei Veranstalter rechnen wieder mit mehreren tausend Besuchern aus sämtlichen Landkreisen.

Was ihnen wichtig ist: „Die P.O.E.“, sagt Honnens, „hat immer einen guten Ruf gehabt, wir haben all die Jahre einen guten Job gemacht, um das zu erreichen“. Und die drei sind sich einig: „Ein Ende ist nicht in Sicht.“
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Weitere Infos: www.p-o-e.net

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