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Schleswiger Nachrichten

19. September 2017 | 15:47 Uhr

Fahrdorf : Gebühren für die Kita sollen steigen

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Elternschaft der drei evangelischen Einrichtungen in Fahrdorf, Selk und Busdorf protestiert gegen die geplante Erhöhung. Der Kindergartenausschuss berät heute darüber.

Die Haddebyer Gemeinden Fahrdorf, Selk und Busdorf wollen die Kita-Gebühren erhöhen. Ab Sommer sollen die Kosten für die Regelbetreuung in den drei evangelischen Kitas dann möglicherweise 140 Euro pro Monat betragen. Indes ist für die Betreuung der unter Dreijährigen eine Staffelung geplant: Diese soll jeweils ab Sommer 2014 auf 250 Euro, im Folgejahr auf 275 Euro und ab 2016 auf 300 Euro erhöht werden, hieß es von Seiten der Eltern, die nun mit einer Unterschriftenliste vor allem gegen Letzteres Protest einlegen wollen. „Denn in der Krippenbetreuung entspricht dies einer Steigerung von 45 Prozent“, sagt Jenny Clemens, Elternsprecherin in Fahrdorf. Am heutigen Montag wird der Kindergarten-Finanzausschuss der Gemeinden in einer nicht öffentlichen Sitzung über die Erhöhung beraten.

Bisher wurden für die Betreuung der Kinder unterschiedliche Gebühren erhoben, obgleich jede der drei evangelischen Einrichtungen unter einheitlicher kirchlicher Trägerschaft steht. Jede Gemeinde finanziert dabei zwei Drittel der Gesamtkosten des Kindergartenbetriebes. Ein Drittel trägt die Elterngemeinschaft. Zahlte beispielsweise eine Familie mit einem Kind in der Regelbetreuung von 7.30 bis 12.30 Uhr in der Busdorfer Kita bislang 135 Euro, mussten Eltern in Fahrdorf 129 Euro berappen und Eltern in Selk 125 Euro. Vergleichsweise liegen die Kosten in einer Schleswiger Kita bei 130 Euro. Für die Krippenbetreuung von Kindern unter drei Jahren schlagen die Gebühren in der Regelbetreuungszeit derzeit in Busdorf und Selk mit 200 Euro zu Buche, in Fahrdorf bisher mit 207 Euro – und in einer Kita in Schleswig liegen diese bei 275 Euro. Werden erweiterte Betreuungszeiten oder die Teilnahme am Mittagessen genutzt, fallen zusätzliche Gebühren an.

Die nun geplante Erhöhung ist eine Konsequenz aus den gestiegenen Betriebskosten, erklärt Jan Ströker, Fahrdorfer Gemeinderatsmitglied und Vorsitzender des Kindergarten-Finanzausschusses. „Bisher konnten die Gebühren drei bis vier Jahre konstant gehalten werden. Nun haben wir eine extreme Steigerung der Gesamtkosten zu verzeichnen und die Gemeinde zahlt bereits den Löwenanteil der Kosten. Wir dürfen aber das Gemeinwohl dabei nicht aus den Augen verlieren.“ Eine Gebührenerhöhung mache die Gemeinde nicht zur Gewinnmaximierung und schon gar nicht aus der hohlen Hand. Trotz Erhöhung lägen die Gebühren noch deutlich unter den vom Landesrechnungshof empfohlenen Kosten. „Ich habe Verständnis für die Eltern, aber man muss den Vergleich zu anderen Einrichtungen suchen“, sagt Ströker.

Die Fahrdorfer Elternschaft dagegen empfindet die gestaffelte Gebührenerhöhung für die Betreuung der unter Dreijährigen als unverhältnismäßig hoch. „Wir wollen nicht sagen, dass der Kindergarten zu teuer ist. Wir sind bereit mehr zu zahlen, jedoch nicht in dieser kurzen Zeit und in diesem Umfang“, sagt Britta Eikeln, Elternvertreterin der Spatzengruppe und Mutter zweier Kinder, darunter ein Krippenkind.

Katharina Rose-Schröder ist Mutter eines Kindergartenkindes und erwartet in Kürze ihr zweites Kind. Mit der Erhöhung der Kosten für die Betreuung der unter Dreijährigen sieht die Fahrdorferin insbesondere für berufstätige Mütter, die in einer geringfügig bezahlten Beschäftigung sind, eine Gefahr. „Wenn am Ende dann 100 Euro übrig bleiben, ist es zu überlegen, ob man überhaupt arbeiten geht. Ich kann mir nicht vorstellen, dass dies im Sinne des Gesetzgebers ist.“ Nicole Hartmann ergänzt: „Außerdem wirbt die Gemeinde Fahrdorf damit, familienfreundlich zu sein.“ Auch dass die Auswahl der Betreuungszeiten seit einiger Zeit für ein halbes Jahr im Voraus festgelegt werden muss, bemängeln die Eltern.Ein Wunsch wäre, dass der Elternbeirat in die Erarbeitung der Gebühren einbezogen wird. „Die Information über die geplante Erhöhung wurde uns zugespielt. Offiziell wissen wir gar nichts davon“, sagt Eikeln.

Die Eltern betonen, dass sich ihr Protest ausdrücklich nicht gegen die Kita-Mitarbeiter richtet. Gesche Seifert, Mutter zweier Kinder, wünscht sich, dass die Kita-Mitarbeiter eine wertschätzende Bezahlung ihrer anspruchsvollen Tätigkeit erhalten und zeigt daher auch Verständnis für die geplante Erhöhung. „Wenn man alles abrechnen würde, was die Kita leistet, ist es nicht zu teuer. Die Kinderbetreuung in Fahrdorf hat einen guten Betreuungsschlüssel und ist vergleichsweise günstig“, sagt sie.

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