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Stadtbücherei Schleswig : Gebühren-Ermäßigung auf Bewährung

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Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Die Extra-Beiträge für Nutzer aus Umlandgemeinden fallen zunächst nur für zwei Jahre weg.

von
erstellt am 11.Sep.2017 | 07:00 Uhr

Für die Verwaltung schien die Sache klar zu sein: Die Extragebühren der Stadtbücherei für die Bewohner einiger Umlandgemeinden sollten wegfallen. Das werden sie nun auch tatsächlich – allerdings nur befristet. Denn das Thema sorgte bei der jüngsten Sitzung des Kulturausschusses für reichlich Gesprächsstoff bei den Mitgliedern des Gremiums.

„Es lohnt sich nicht. Wir vergraulen damit mehr Leute, als dass wir Zusatzeinnahmen haben“, erklärte eingangs Bücherei-Leiterin Ursula Nielsen mit Blick auf die Extra-Beiträge, die Nutzer aus Busdorf, Idstedt, Schaalby, Schuby und Tolk seit Jahren zahlen. Die Gemeinden beteiligen sich – im Gegensatz zu anderen Dörfern – nicht an der Finanzierung der öffentlichen Einrichtung. Deshalb zahlen ihre Einwohner deutlich höhere Sätze. Beispiel: Ein erwachsener Schaalbyer wird im Gegensatz zu einem Schleswiger mit einem Jahresbeitrag von 40 statt 25 Euro zur Kasse gebeten. Ein Kind aus dem Dorf zahlt 13 Euro, während die Büchereinutzung für seinen Freund aus der Stadt (bis 18 Jahre) kostenlos ist. „Das stößt bei vielen Familien auf Unverständnis. Wir mussten deshalb zahlreiche Kündigungen hinnehmen“, betonte Nielsen.

Dass die betroffenen Nutzer an diesem Ungleichgewicht selbst keine Schuld tragen, war auch den Ausschussmitgliedern klar. Dennoch wollten sie dem Wegfall der Extra-Gebühren nicht einfach zustimmen. „Wenn die genannten Dörfer damit durchkommen, warum sollten die anderen dann in Zukunft noch zahlen?“ brachte Horst Zingler von der SPD sein Unverständnis auf den Punkt – und erntete damit unter anderem bei CDU-Ratsherr Holger Ley Zustimmung. Auch Harry Heide vom SSW machte unmissverständlich deutlich: „So geht das nicht!“ Er forderte Bürgermeister Arthur Christiansen, der ebenfalls an der Sitzung teilnahm, auf, in diesem Zusammenhang Gespräche mit seinen Kollegen aus den Umlandgemeinden aufzunehmen. „Wir übernehmen hier eine Aufgabe für die Kinder unserer Nachbardörfer und zahlen auch dafür, während die sich rausziehen. Das ärgert mich“, meinte auch SPD-Fraktionschef Stephan Dose. Auch er forderte die Verwaltung auf, das Thema im Rahmen der Stadt-Umland-Kooperation aufzugreifen.

Christiansen sagte dies zu, plädierte aber dennoch dafür, die Extra-Gebühren per Beschluss abzuschaffen. „Aber dann haben wir doch keine gute Verhandlungsposition mehr“, merkte CDU-Vertreter Rainer Haulsen an. Die Lösung hatte wiederum Horst Zingler parat: Er schlug vor, die Regelung mit den Zusatzbeiträgen für die Bewohner der betroffenen Umlandgemeinden für zwei Jahre auszusetzen. Bis dahin soll die Verwaltung die bisherigen Verweigerer wieder mit ins Boot holen bei der Finanzierung der Bücherei.

Diese Regelung, die der Ausschuss einstimmig absegnete, tritt nun am 1.  Januar 2018 in Kraft. Gleiches gilt für eine leichte Erhöhung der Gebühren insgesamt. So kostet der Jahresbeitrag für Erwachsene künftig 27 statt 25 Euro. Zudem wurde der Sozialtarif (22,50 Euro) auf Antrag der SPD an den ermäßigten Tarif (18 Euro), der etwa für Studenten und Asylbewerber gilt, angeglichen.

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