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VR-Bank Flensburg-Schleswig : Gebremstes Wachstum

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Vorstände legen Bilanz vor: Strafzinsen für größere Einlagen.

von
erstellt am 13.Mai.2017 | 12:31 Uhr

Nach zweistelligen Raten in den Vorjahren hat sich das Wachstum der VR-Bank Flensburg-Schleswig im Geschäftsjahr 2016 deutlich verlangsamt. Ein wesentlicher Grund ist die Flaute im Geschäft mit der Windenergie. Dafür seien die lange Zeit unklaren Rahmenbedingungen bei der Ausweisung neuer Windparks verantwortlich, erklärten die Bank-Vorstände Michael Möller und Ralf Pschibul gestern in einem Pressegespräch in der Schleswiger VR-Bank-Zentrale. „Auch für 2017 sind die Projekte im Bereich Windkraft überschaubar“, sagte Möller.

Dennoch habe man das Kundenkreditwachstum um immerhin 7,3 Prozent steigern können. Damit lag die VR-Bank über jenen 5,1 Prozent Wachstum, die im Genossenschaftsverbund durchschnittlich erzielt wurden. Auch bei der Bilanzsumme lag man mit einem Anstieg auf mehr als 1,5 Milliarden Euro (plus 5,3 Prozent) über dem Durchschnitt (plus 4,5 Prozent). Und so schlussfolgerte Möller: „Mit der Entwicklung der Bank sind wir sehr zufrieden, auch wenn das Umfeld schwierig ist.“

Zum schwierigen Umfeld trägt vor allem das nach wie vor tiefe Zinsniveau bei. Das veranlasst die VR-Bank nun, „Verwahrentgelte“ zu erheben. Ab Einlagen in Höhe von einer halben Million Euro müssen Firmen, Kommunen und Privatkunden Strafzinsen in Höhe von 0,4 Prozent bezahlen. „Es geht darum, unsere Kosten zu minimieren“, so Möller. „Denn auch wir müssen 0,4 Prozent zahlen, wenn wir Geld bei der EZB einlagern.“ Man werde die Kunden aber beraten, wie sie ihr Geld anderweitig anlegen können.

Auch die Mitglieder der Genossenschaftsbank müssen Abstriche machen. Für 2016 bekommen sie nur noch vier Prozent Dividende für ihre Anteile – nach den in den Jahren zuvor jeweils ausgeschütteten sechs Prozent. Im Vergleich mit den anderen Genossenschaftsbanken liege man aber auch in diesem Bereich immer noch im oberen Drittel, betonte Möller.

Die beiden Vorstände kündigten an, dass man in diesem Jahr das Filialnetz auf den Prüfstand stellen werde. Hintergrund sei das veränderte Kundenverhalten im Zuge der fortschreitenden Digitalisierung. Trotzdem werde man weiter in der Fläche investieren, versicherte Pschibul. „Wir sind keine Direktbank.“

Die größte Investition wird indes in Flensburg getätigt. Die für mehr als 15 Millionen Euro errichtete neue Filiale an der Friedrich-Ebert-Straße/Ecke Bahnhofstraße soll Anfang August bezogen werden. „Wir wollen damit ein Ausrufezeichen setzen“, betonte Pschibul. Denn der Flensburger Markt habe viel Potenzial und sei für die VR-Bank von entsprechend großem Interesse. Die bisherige Filiale in der Großen Straße wird dann geschlossen.

Bei der Vertreterversammlung in dieser Woche im Hotel Waldschlösschen wurde der Aufsichtsratsvorsitzende Claus Jepsen in seinem Amt bestätigt. Die Schleswigerin Ellen Davids, Gesellschafterin der Unternehmensgruppe Davids, ersetzt die ausgeschiedene Kirsten Berlage. Michael Kohlnagel, Chef des Flensburger Arbeiter-Bauvereins, rückt als zusätzliches achtes Mitglied in den Aufsichtsrat.

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