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Schleswiger Nachrichten

19. Oktober 2017 | 12:08 Uhr

Geber-Konferenz verbreitet Optimismus

vom

Neubau für das Theater: Kommunale Spitzenverbände sichern Unterstützung zu, verlangen aber weitere positive Signale von der Stadt

shz.de von
erstellt am 31.Mai.2013 | 03:59 Uhr

Schleswig | Das Kommuniqué der gestrigen Geber-Konferenz zum Theater-Neubau klingt optimistisch. Wörtlich heißt es darin: "Alle Beteiligten sind entschlossen, den Theater-Neubau in Schleswig auf Grundlage der vorgelegten Machbarkeitsstudie einschließlich der darauf basierenden Finanzierung zu unterstützen. Es wurden konkrete Schritte vereinbart, wie in gemeinsamer Verantwortung die Finanzierung sichergestellt werden kann." In der Tat sollen die am Tisch von Bürgermeister Thorsten Dahl gestern versammelten Vertreter der kommunalen Spitzenverbände, des Innen- und des Kulturministeriums, des Kreises und des Theaters sich darin einig gewesen sein, dass die Schleistadt ein neues Theater bekommen müsse. Nur: Konkrete Finanzierungszusagen für das 16,5-Millionen-Euro-Projekt gab es keine. Stattdessen wurde die Stadt in die Pflicht genommen.

Denn die potenziellen Geldgeber erwarten von den Verantwortlichen in Schleswig, dass sie sich konsequent zum Theater bekennen, auch wenn dafür Risiken eingegangen werden müssten, die die Stadt eigentlich vermeiden wollte. Ein wesentliches Hindernis ist der Ratsbeschluss vom 21. Mai, der das Projekt eigentlich befördern sollte. Die Ratsversammlung hatte sich damals zwar für einen Neubau auf dem Gelände des Volkskunde-Museums ausgeprochen, dies jedoch mit einer Einschränkung versehen. Der Rat stellte die Bedingung, dass bis zum 31. Juli alle Finanzierungsfragen geklärt sein müssten, ansonsten sei die Stadt verpflichtet, ihren Austritt aus der Theater-GmbH zu erklären (der Austritt würde wegen einer dreijährigen Kündigungsfrist erst 2016 wirksam werden). Der Hintergrund der Bedingung: Die Stadt fürchtet, gegenüber allen anderen Mitgesellschaftern der Theater-GmbH schadensersatzpflichtig zu werden, wenn sie über das Jahr 2016 hinaus keine Spielstätte zur Verfügung stellen könnte. Laut Gesellschaftervertrag ist Schleswig verpflichtet, ein Theater vorzuhalten. Würde man die Gesellschaft jedoch rechtzeitig verlassen, wäre der Neubau nicht mehr erforderlich.

Für Bürgermeister Thorsten Dahl ist der Austritt eine schlechte Option. Stattdessen ist er bereit, den Geldgebern entgegen zu kommen und deren gestrige Aussagen pro Theater als wesentliche Weichenstellung für eine erfolgreiche Finanzierung zu bewerten. Damit wäre aus Dahls Sicht die von der Ratsversammlung gestellte Bedingung nach Klärung aller offenen Finanzierungsfragen erfüllt und ein Austritt zum 31. Juli nicht erforderlich. Ob sich der Rat auf diese Interpretation einlässt, ist keineswegs sicher. Wegen des Zeitdrucks wird sich Schleswigs höchstes Gremium auf seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause mit der Angelegenheit befassen müssen. Dabei handelt es sich um die konstituierende Sitzung der neuen Ratsversammlung am 20. Juni. Die 27 Mitglieder, darunter 13 Polit-Neulinge, müssen damit gleich zum Auftakt der Wahlperiode eine für die Zukunft des Theaters wichtige Entscheidung treffen.

Jedoch erwartet die Stadt auch von anderen Beteiligten, konkret zu werden. Im Fokus steht der Kreis Schleswig-Flensburg, der einen Theater-Neubau zwar begrüßt, sich aber mit Geldzusagen bisher zurückgehalten hat. Wie aus dem Aufsichtsrat der Theater-GmbH verlautete, soll Bürgermeister Dahl zum Zwecke der Theater-Finanzierung eine temporäre Erhöhung der Kreisumlage ins Gespräch gebracht haben. Aus dem Umfeld von Landrat Dr. Wolfgang Buschmann ist zu vernehmen, dass man diesem Vorschlag mit allergrößter Skepsis gegenüber stehe.

Ungeachtet dieser Umstände zeigte sich Theater-Intendant Peter Grisebach mit dem Verlauf der Geber-Konferenz zufrieden. "Ich bin glücklich über die Unterstützung und Anerkennung der Arbeit des Landestheaters. Und die Mitglieder des Landestheaters freuen sich darüber, dass die Quälerei der letzten Jahre nicht umsonst gewesen sein muss. Alle haben begriffen, dass es ohne den Standort Schleswig kein Landestheater mehr gibt."

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