zur Navigation springen

Norderbraruper Pferdeklappe : „Ganny“ bekommt eine neue Box

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Die Norderbraruper Pferdeklappe baut einen neuen Stall. 44 Tiere sollen in dem Gebäude Platz finden.

Seit gestern regiert auf dem Gelände der Pferdeklappe in Rurup der Abrissbagger. Denn der alte, aber dennoch viel geliebte Pferdestall wird abgerissen und ein neuer, größerer an gleicher Stelle aufgebaut. Zuerst sollte nur das Dach erneuert werden. Doch der Dachdecker weigerte sich aus Sicherheitsgründen, dem altersschwachen Bau noch einmal eine neue Haube aufzusetzen.

„Die teilweise gestörten Tiere haben mit ihren Tritten das Ständergerüst regelrecht hingerichtet“, erzählt Geschäftsführerin Petra Teegen. Die Kosten bereiten ihr Probleme. Eine erste Schätzung für Abriss und Aufbau bewegt sich bei rund 200  000 Euro. Davon sind durch Spenden und Einnahmen etwa die Hälfte gedeckt. Eine nicht genannte Wohltäterin aus Hamburg bürgt für den Rest, für den noch Spender gesucht werden.

Da der Winter naht und die im Moment untergebrachten Pferde nicht bei jeder Temperatur auf der Weide bleiben können, war Teegen froh, dass Abriss- und Baugenehmigungen rechtzeitig erteilt wurden. „Doch auch bei widrigen Wetter ist eine sichere Unterbringung der Pferde gesichert“, sagt sie.

Durch die Baumaßnahme entstehen Unterbringungsmöglichkeiten für insgesamt 44 Pferde. 30 weitere finden im Ponyschuppen von Friederike und Joachim Gitzel in Sörup einen Platz.

Im entstehenden Neubau soll es fünf Boxen für Gnadenbrotpferde geben. Auch ist ein Laufstall für Fohlen geplant, der jetzt schon den Namen „Fohlenklappe“ trägt. Zwei Boxen sind für Langzeitpatienten reserviert. Einer davon ist der fünfjährige Quarterhorse-Wallach „Ganny“, der schon seit einigen Wochen in der Obhut von Petra Teegen ist. Er war einer Studentin als leicht verletzt verkauft worden. Diese hatte dann diese angebliche Trittwunde so oft behandeln lassen, dass ihr selbst das Geld ausging. Danach kam „Ganny“ zur Pferdeklappe. Die Organisation schickte den Wallach in die Tierklinik Bargteheide, die eine Zyste feststellte, die ein Loch in den Knochen gefressen hatte. Nach einer Operation ist „Ganny“ jetzt auf dem Weg der Besserung und darf jetzt unter Aufsicht bereits 15 Minuten täglich auf die Weide.

Es wird aber wohl noch etwa zwei Jahre dauern, bis er wieder ohne Einschränkungen den Stall verlassen darf. Finanziell wird sein Heilungsprozess teilweise von Paten finanziert, die monatlich einen Betrag von zehn Euro spenden. Weitere werden gesucht. Nach ihnen hatte die Pferdeklappe über ihre Facebook-Seite gesucht, die nach Angabe der Geschäftsführerin inzwischen täglich durchschnittlich 150  000 Klicks aufweist. „Die Spendenbereitschaft der Menschen und Vereine ist wirklich bewundernswert“, findet Teegen. Umso mehr ärgere sie, dass das Land Schleswig-Holstein die Pferdeklappe nicht unterstütze. „Wir haben in den vergangenen vier Jahren mehr als 800 Pferde in gute Hände weitervermittelt“, rechnet sie vor. Das sei einzigartig in Schleswig-Holstein. „Wir haben Herz und Gehirn“, fährt sie fort. Deshalb sei es schade, dass außer Absichtserklärungen bisher noch kein Euro Förderung aus dem Landesetat bei ihnen angekommen sei.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen