zur Navigation springen
Schleswiger Nachrichten

19. Oktober 2017 | 18:43 Uhr

MIttelangeln : Furiose Nacht im Orient

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Schüler des Bernstorff-Gymnasiums feiern nach drei Jahren Arbeit die Premiere ihres eigenen Musicals „Sheherazade“.

Das Licht erlischt. Die Aula des Bernstorff-Gymnasiums, heute mit dem Charme einer Bahnhofshalle, liegt im Dunkeln. In diesem Moment erklingen erst leise, dann immer lauter, orientalische Klänge. Das dezent aufleuchtende, farbige Licht eröffnet den Blick auf einen Hof wie aus „Tausend und einer Nacht“. Ein Lotterbett am linken Bildrand rückt ins Blickfeld. Dort lässt sich der Sultan vom Tanz seiner Haremsdamen aufmuntern. So leicht und spielerisch sie dort auch tanzen, so schwer fällt es ihnen doch, denn die Dame für die Nacht, soll den Morgen nicht mehr erleben. Aber Sheherazade, jene, die für diese Nacht ausgewählt wird, will ihr Schicksal nicht einfach hinnehmen, kämpft um ihr Leben, indem sie dem Sultan eine Geschichte erzählt – so spannend, dass er sie am Leben lässt, damit sie in der kommenden Nacht die Geschichte weiter erzählen kann.

Genauso spannend wie diese Geschichte ist die Entstehung des Musicals, das am Freitagabend von Schülern des Bernstorff-Gymnasiums aufgeführt wurde. In ihrer über 60-jährigen Geschichte wurde die Schule für herausragende kulturelle und vor allem musikalische Arbeiten bekannt, „Der Sturm“ etwa wurde 2011 von der Kulturstiftung der Länder mit dem ersten Preis des Wettbewerbs „Kinder zum Olymp“ ausgezeichnet. Vor diesem Hintergrund wieder mit einer Aufsehen erregenden Arbeit zu brillieren, ist eine wahre Herausforderung für die Schule. Dieser waren sich die 110 Schüler des Theaterprojektes der Klassen 7 bis 13 mit ihren Kunstlehrern durchaus bewusst.

Drei Jahre lang wurde mit viel Aufwand an dem Musical gearbeitet. 100 Personen waren daran beteiligt – ob Darsteller, Orchester, Tänzer oder Chor. Die verschiedenen künstlerischen Abteilungen begannen ihre Arbeit je nach Drehbuch-Fortschritt. Dieses wurde von den Schülern selbst angefertigt. Vor einem Jahr fand das Casting statt. Mit Johanna Menke wurde die Hauptdarstellerin gefunden, auch aufgrund ihrer stimmlichen Qualifikation. Den mordlustigen Sultan spielt Gabriel Jeromin. Für die Dramaturgie zeichnete Marcus Noll verantwortlich.

Besonders spannend wurde es, als es um die Musik für das Stück ging. Gesa Schöpel, Glenn Großmann, Joshua Schimkat, Kathrin Lorenzen und Norbert Laude komponierten und arrangierten die Musik – die sich von orientalischen Klängen zu Beginn im Laufe des Musicals immer weiter zu westlichen Klängen von Pop bis Hip-Hop entwickelte. Eine sehr große Bandbreite, die auch symphonische Klänge beinhaltet, zeichnet neben den Komponisten auch das 35-köpfige Orchester aus – ein Klangkörper, der bei verschiedensten Anlässen seine Qualität unter Beweis stellt.

Am Freitag zeigte sich das Orchester hochkonzentriert und auch bei Solo-Partien herausragend besetzt. So präsentierte es sich als tragende Säule des Musicals. Dies ist auch ein Verdienst der Dirigenten Glenn Großmann und des musikalischen Talents Kathrin Lorenzen, die im ersten Teil als junge Frau auf der Bühne auch stimmlich überzeugte.

Bei der Aufführung stimmte einfach alles, ob Bühnenbild, Kostüme, Maske, Tanzeinlagen, Chor, und nicht zu vergessen die Technik. Bei der Premiere wurden die Zuschauer Teil eines besonderen kulturellen Erlebnisses – schade nur, dass die Aula des Gymnasiums für solch aufwändige und herausragende Aufführungen einen unzureichenden Rahmen bildet.

>

Die nächsten sechs Aufführungen (jeweils ab 19 Uhr in der Aula): heute und morgen, Dienstag, 3. Juni, Donnerstag, 5. Juni, Mittwoch, 11. Juni, und Sonnabend, 14. Juni. Der Eintritt ist frei, Karten sind jedoch notwendig. Diese und weitere Infos gibt es auf www.sheherazade.de.




Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen