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Funkmast von Vodafone im Weg – Stadt muss zahlen

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Verwaltung billigte Installation auf den Dach des maroden Theaters / Gebäude-Abriss beginnt im November

Die Firma Vodafone will die Stadt Schleswig für den Abbau eines Mobilfunkmastes auf dem Theatergebäude zur Kasse bitten. „Wir erwarten, dass sich die Stadt an den Kosten beteiligt“, sagt Unternehmenssprecher Volker Petendorf. Es geht um eine Sendestation, die erst Anfang des Jahres modernisiert worden war. Prekär: Zwar billigte die Stadt das Vorhaben von Vodafone im Spätherbst vergangenen Jahres, sie teilte der Firma aber nicht mit, dass bereits damals intensiv über einen Abriss des Theatergebäudes nachgedacht wurde.

„Unsere Netztechniker hätten mit dem Wissenstand von heute sicherlich von Anfang an in eine andere Lösung investiert“, erklärt dazu Petendorf. In diesen Tagen wurde die Technik des Mastes abgebaut, ein neuer Standort im Umkreis von 200 bis 300 Metern ist bereits gefunden worden. Die genaue Adresse nennt Petendorf nicht und verweist auf den Datenschutz. Auch zu den Kosten des Umzugs macht er keine Angaben. Der Aufwand für die Installation eines neuen Mobilfunkmastes sei jedoch erheblich. Die einzelnen Antennen müssten nach einem ausgekügelten System ausgerichtet werden. Wichtig sei Vodafone, dass die Kunden ohne Qualitätseinbußen telefonieren könnten und beim Surfen im Netz keine Datenlücken entstünden.

Der unauffällige Mast auf dem Theaterdach war 2003 errichtet worden. Als rechtliche Grundlage diente ein auf 20 Jahre abgeschlossener Mietvertrag zwischen der Stadt Schleswig und Vodafone. In dem Vertrag ist eine Klausel enthalten, wonach er aus einem „wichtigen Grund“ gekündigt werden könne. Diese Kündigung ist offenbar ausgesprochen worden. Die Stadt Schleswig hält sich bedeckt. Zu „schwebenden Verfahren“ könne man keine Auskünfte geben, heißt es seitens der Verwaltung.

Aber im Rathaus scheint man bereits selbst zu dem Schluss gekommen zu sein, im Umgang mit Vodafone möglicherweise nicht alles richtig gemacht zu haben. Ein Rechtsstreit soll vermieden werden. Auch Vodafone-Sprecher Petendorf will davon nichts wissen: „Von einem Rechtsstreit sind wir weit entfernt.“ Zu der gelassenen Haltung der Kommunikationsfirma mag beigetragen haben, dass sich die Stadt Schleswig einsichtig zeigt. Sie habe signalisiert, sich an den Kosten der Funkmast-Verlagerung zu beteiligen.

Dies würde den finanziellen Aufwand für den Theater-Abriss weiter nach oben treiben. Ohnehin deutet sich bereits an, dass die vom Bauamt geschätzten Kosten über 600 000 Euro nicht ausreichen dürften. In den Gremien ist bereits von 800 000 Euro die Rede. Die Stadt bestätigt dies nicht. Die Ausschreibung sei Ende August auf den Weg gebracht worden. Die Ergebnisse würden Ende September / Anfang Oktober erwartet. In der Pressemitteilung der Stadt heißt es weiter: „Die Kosten des Rückbaus sind nicht in allen Bereichen kalkulierbar.“

Die Bagger können erst anrollen, wenn die Finanzierung geklärt ist. Die Verwaltung geht davon aus, dass das Gebäude ab November Stück für Stück auseinandergenommen wird, ursprünglich hatte man im Sommer beginnen wollen. Je nach Witterung könnten sich die Arbeiten bis in den März hinziehen.

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erstellt am 27.Aug.2013 | 00:37 Uhr

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